Erstellt am 06. März 2013, 00:00

Graue Zellen fördern. Internationale Woche des Gehirns / Gedächtnistrainer aus dem Bezirk zeigen auf, dass schon kleine Übungen helfen, geistig zu bleiben.

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BEZIRK /  „Schauen Sie sich die folgenden 12 Ziffern einmal genau an. Legen Sie dann die Zeitung weg, zählen Sie laut bis zehn. Danach versuchen Sie, die richtige Reihenfolge aufzuschreiben. – 0 6 4 7 5 7 3 8 9 0 1 2 – Alles geschafft? „Die ersten 5 bis 7 Ziffern sind meist leicht, danach wird es schwierig“, erklärt Markus Mersits eine einfache Übung, um das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Diese und andere Übungen sind bei dem Gedächtnistrainer aus dem Bezirk auf der Tagesordnung, um die „grauen Zellen“ zu fördern und zu fordern. Im Burgenland sei Gedächtnistraining noch nicht stark verbreitet, so Mersits.

Kommende Woche, von 11. bis 17. März, findet die „Internationale Woche des Gehirns“ statt. Im EU-Durchschnitt ist jeder vierte Mensch von einer Erkrankung des Gehirns betroffen. Eine Zahl, die auch im Burgenland zutrifft, heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Peter Rezar.

„Gedächtnistraining ist wie Muskeltraining, je früher ich damit beginne, desto länger bleibe ich fit“, ist sich Mersits sicher. Er meint weiters, dass das ganzheitliche Gedächtnistraining alle Sinne und natürlich beide Gehirnhälften mit einbezieht. Lernen in der Gruppe fördere außerdem die Sprachfähigkeit und die soziale Kompetenz. „Ganzheitliches Gedächtnistraining wird von Schülern und Studenten, von Berufstätigen und besonders von älteren Menschen sehr geschätzt“, meint der Gedächtnistrainer.

Seminare zum Thema Gedächtnistraining gibt es zum Beispiel im April und im Oktober in der KUGA Großwarasdorf. Dabei werden unter dem Titel „...das merk ich mir“ unter anderem Merktipps und Merktechniken sowie Wahrnehmungs- und Kreativitätstechniken angeboten (Informationen unter 02614/7001.)

Mit einer anderen Zielgruppe arbeitet Elisabeth Kappacher aus Oberpullendorf. Die Mal- und Gestaltungstherapeutin begleitet und fördert den alten und dementen Menschen in seiner Ganzheit. „Oberstes Ziel ist es, Lebensfreude und Selbstwert zu vermitteln. Nebenbei wird immer wieder Biografisches beim Gestalten angesprochen, kognitive Fähigkeiten werden angeregt und verloren geglaubte Kompetenzen wieder sichtbar“, so Kappacher. Das Malen und Gestalten in einer kreativen Umgebung scheint eine gute Basis zu sein, sich selbst (wieder) zu finden, so Kappacher weiter. Sie arbeitet im Rahmen eines Projektes der Volkshilfe an einem Demenzprojekt, bei dem sie Gedächtnistraining für die Betroffenen anbietet. „Das passiert bei den Klienten zu Hause und ist ganz individuell, von Konzentrationsübungen bis hin zu Sinnestraining bei den schweren Fällen“, so die Therapeutin.