Erstellt am 03. Juni 2015, 14:22

von APA/Red

Handgreiflichkeiten bei Bischofsbesuch. Ein Gerangel am Rande eines Besuchs von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics sorgte laut Medienberichten am Wochenende in Nebersdorf im Mittelburgenland für Aufregung.

Bischof Zsifkovics  |  NOEN, Gregor Hafner

Aufregung herrscht um ein  You Tube Video, das ein Gerangel zwischen einem Mann und einem Franziskanerpater im Zuge der bischöflichen Visitation in Nebersdorf zeigt, als sich der Bischof nach dieser auf den Weg zu seinem Auto machte.

Hintergrund: Abberufung des ehemaligen Pfarrers

Das Video zeigt zunächst den Bischof, wie er sich verabschiedet und, begleitet von Mitarbeitern und Geistlichen zum Wagen gehen will. Vor der Gruppe wird es am Weg eng, als einige Männer beisammen stehen.

Die Kamera schwenkt dann nach links, wo das wenige Sekunden dauernde Gerangel zwischen dem Pater und dem Mann zu sehen ist. Der Bischof begibt sich danach mit seinen Begleitern zum Auto, während ein Getöse aus Pfiffen und Trillerpfeifen losbricht.

Pater "körperlich attackiert und gerüttelt"

Der an dem Gerangel beteiligte Pater habe laut Angaben der Diözese erklärt, dass er bereits vor dem Reingehen in die Kirche – also dem gefilmten Zwischenfall -  "körperlich attackiert und gerüttelt" und als "Partisan" beschimpft worden sei. Beim Hinausgehen aus der Kirche sei es dann zu der Rangelei gekommen, nachdem er selbst "einen Rempler" von hinten bekommen habe und gegen den vor ihm stehenden Mann gestoßen worden sei. Danach habe ihn noch jemand auf die Schulter und auf den Hinterkopf geschlagen, was jedoch nicht am Video zu sehen sei.

Hintergrund für die Szenen dürfte die im Vorjahr erfolgte Abberufung des ehemaligen Pfarrers durch seinen Orden gewesen sein. Gegen die Rückversetzung des Geistlichen in die bosnische Franziskanerprovinz hatten Gläubige heftig protestiert, die Wogen scheinen noch längst nicht geglättet.

In der aufgeheizten Stimmung war es im Vorjahr zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem der Bischof im Pfarrhof in Großwarasdorf eingesperrt wurde. BVZ.at berichtete:

Laut Angaben der Diözese Eisenstadt zeigt das nunmehrige Video eine körperliche Auseinandersetzung zwischen einer pfarrfremden Person und einem Franziskanerpater. Bischof Zsifkovics, der zu dem Zeitpunkt im Gespräch mit Gläubigen gewesen sei, habe den Vorfall erst relativ spät wahrgenommen  und sich deshalb nicht unmittelbar bedroht gefühlt. Mehrere Zeugen hätten aber bestätigt, dass es schon vor den im Video gezeigten Szenen zu "körperlichen Übergriffen" einzelner Personen vor der Kirche gegen zwei Franziskanerpatres und gegen einen Pastoralassistenten gekommen sei.

Übles Mobbing durch gezielte Aktionen

Außerdem hätten die vor der Kirche wartenden Personen bereits am Vormittag desselben Tages bei der Visitation in Großwarasdorf  versucht, den Bischof und seine Begleiter am Betreten der Kirche zu behindern. „Insofern fühlt sich Bischof Zsifkovics bereits seit Monaten von dieser kleinen Gruppe verfolgt und durch gezielte Aktionen einem üblen Mobbing ausgesetzt. Indem nun sogar eine bischöfliche Visitation dazu missbraucht wurde, um sich in Szene zu setzen und man nicht einmal mehr davor zurückschreckt, auf kirchlichem Grund körperliche Übergriffe zu tätigen und Geistliche des Dekanats in Rangeleien zu verwickeln, ist eine Grenze überschritten worden.

Es handelt sich dabei um eine kleine Gruppe von Personen, die seit Monaten offensichtlich den kirchlichen Raum zur Spielwiese persönlicher Interessen macht und die Gemeinschaft aller Gläubigen zur Zwangssympathie mit dem im Vorjahr nach Bosnien zurückgeholten Pater Ivan Jelic verdonnert“, heißt es von der Diözese, die darauf hinweist, dass sie für den Anfang 2014 abberufenen  Pater Jelic keinerlei Personalzuständigkeit mehr besitzt.

Sogar bei der Visitation am Sonntag habe Bischof Zsifkovics in der Kirche in Großwarasdorf und in Nebersdorf vor den versammelten Gläubigen nochmals Worte der Klärung gesprochen und den Gläubigen für Ihr Verständnis und den Willen zu einer positiven Gestaltung der Pfarre mit den neuen Franziskanerpatres gedankt.

Die oben angesprochenen Sympathisanten von Pater Jelic konnten für eine Stellungnahme zum jüngsten Vorfall noch nicht erreicht werden.