Erstellt am 12. Januar 2011, 00:00

Güssinger Spitaldirektor leitet nun die Interne. KOOPERATION / Gerhard Puhr ist Primar der Internen in Oberpullendorf. Im Vorfeld gab es Bedenken gegen eine Verbundlösung.

Wird die Interne Abteilung am Krankenhaus Oberpullendorf leiten: Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Güssing Gerhard Puhr. Er ist seit 1998 Leiter der Internen in Güssing und seit 2004 Ärztlicher Direktor.  |  NOEN
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OBERPULLENDORF / Die Entscheidung ist gefallen. Mit 1. Jänner hat Primar Gerhard Puhr, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Güssing, die Leitung der Internen Abteilung am Krankenhaus Oberpullendorf übernommen. Puhr wechselte 1998 vom Krankenhaus Oberwart nach Güssing, wo er zum Leiter der dortigen Internen Abteilung bestellt wurde. Seit 2004 leitet er das Güssinger Krankenhaus auch als Ärztlicher Direktor.

Wie die BVZ berichtete, hatte der bisherige Leiter der Internen Abteilung und Ärztliche Direktor des Krankenhauses Oberpullendorf, Felix Stockenhuber, das Spital mit Jahresende nach 15 Jahren verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen.

Die nunmehrige Verbundlösung für die Interne Abteilung hatte im Vorfeld für Proteste in den Reihen der Belegschaft gesorgt. Nach einer Betriebsversammlung im Oktober, bei der die Belegschaft über geplante Umstrukturierungen im Krankenhaus informiert worden war, hatte eine Unterschriftenliste unter anderem auch die Nachbesetzung des Internen Primariats gefordert. Man meinte, dass vor allem die jungen Oberärzte vor Ort einen Chef brauchen, der sie fordert, andernfalls befürchtete man, dass einige von ihnen gehen werden. Man bezweifelte auch einen möglichen Spareffekt durch diese Maßnahme, weil ein Oberarzt ohnehin nachbesetzt werden müsse.

Gesundheitslandesrat Peter Rezar betonte schon damals, dass die Kooperation im Bereich der Internen mit einer Einsparungsmaßnahme nichts zu tun habe, sondern nur mit Zusammenarbeit. Er verweist auf die erfolgreiche Verbundlösung im Bereich der Gynäkologie, die von Primarius Martin Fabsits schon seit Jahren betreut wird. „Der Rechnungshof hat dieses Modell empfohlen und auch andere Länder setzen es um. Es bewährt sich überall“, meint Rezar.

Die Verbundlösung im Bereich der Internen Abteilung soll nun einmal zwei Jahre andauern, dann wird man diese evaluieren.

Ärztlicher Direktor:  Bewerbungsfrist zu Ende

Neu besetzt werden muss in Oberpullendorf nach dem Abgang von Felix Stockenhuber auch der Posten des Ärztlichen Direktors. Die Bewerbungsfrist ist bereits abgelaufen, es hat nur einen Bewerber gegeben. Dabei handelt es sich um den stellvertretenden Ärztlichen Direktor des Krankenhauses Oberpullendorf, Primarius Herbert Tillhof, der momentan interimistisch sowieso als Ärztlicher Leiter des Hauses tätig ist.

Vor Bestellung des neuen Ärztlichen Leiters muss das Thema noch im Landessanitätsausschuss behandelt werden.

Arbeit an Modell für  Umstrukturierung läuft

Die kollegiale Führung des Oberpullendorfer Krankenhauses arbeitet indes intensiv am Modell zur Umstrukturierung des Krankenhauses. Ziele sind eine zentrale Aufnahmestation, eine interdisziplinäre Bettenbelegung, eine Erweiterung der tagesklinischen Leistungen und eine verstärkte Kooperation mit den Fachabteilungen anderer Häuser. Rezar rechnet damit, dass das Konzept bis zum Frühjahr ausgearbeitet sein könnte. „Alle Mitarbeiter sind eingeladen, sich einzubringen“, so Rezar. Noch heuer soll mit der Umsetzung begonnen werden.