Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Hälfte der Äpfel erfroren. FROSTSCHÄDEN /  50 Hektar Obstgärten sind allein in Klostermarienberg betroffen. Es kam zu Mengen- und Qualitätsverlusten.

Große Schäden: Obstbauverbands-Präsident Johann Plemenschits musste in den Anlagen rund um Klostermarienberg nach der Frostnacht von 17. auf 18. Mai viele Schäden feststellen.  |  NOEN
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KLOSTERMARIENBERG / Kleine Äpfelchen hängen in den rund 100 Hektar Apfelbaum-Anlagen rund um Klostermarienberg. Seit der Nacht von 17. auf 18. Mai sind aber rund auf der Hälfte der Flächen die Äpfel braun. Denn der Frost – in den Mulden gab es Minus drei Grad und mehr – hat wie in vielen Obstgärten vom Mattersburger Raum bis in den Landessüden, seine zerstörerischen Spuren hinterlassen. „Es kommt zu einer Ertrags- und Qualitätsminderung. Diese Äpfel sind nur mehr Industrieware“, erklärt Johann Plemenschits, Präsident des Burgenländischen Obstbauverbandes. Und für diese könne nur ein geringer Preis erzielt werden. Plemenschits beziffert den Schaden pro Hektar auf rund 10.000 Euro. Er selbst hatte im vorigen und heurigen Jahr aufgrund des Frosts Schäden von rund 120.000 Euro. „Dafür gibt es aus keinem Katastrophenfonds Ersatz. Das muss der Betrieb selbst bewältigen“, schildert Plemenschits. Waren im Vorjahr noch 7,5 Hektar seiner Apfel-Plantagen von Frostschäden betroffen, so waren es heuer „nur“ mehr 4,8 Hektar. Denn Plemenschits hat 100.000 Euro in die Hand genommen, einen Teich gegraben und Kilometer Schläuche verlegt, um in seinem Betrieb die Frostschutzberegnung zu erweitern. Von den Frostschäden waren in Klostermarienberg nämlich jene Flächen betroffen, die nicht nur Frostschutzberegnung geschützt waren. Der Obstbauverband fordert daher von der Politik erstens bei Investitionen für Frostschutzbewässerung für den Rest der Förderperiode bis 2013 einen Fördersatz von 40 Prozent anstelle der jetzigen 25 Prozent, zweitens eine Entschädigung für die heuer schwer betroffenen Betriebe und drittens für die nächste Förderperiode Förderungen in Höhe von 40 Prozent für Einrichtungen gegen Frost und Hagel. „Wenn der Staat 40 Prozent gewährt, kostet ihm das sieben Jahre Prämienförderung für Versicherungen, die Anlagen sind aber 30 Jahre in Betrieb“, rechnet Plemenschits vor. Er beziffert die Kosten für die Installierung einer Frostschutzberegnung auf rund 10.000 Euro pro Hektar. „Damit hat der Betrieb aber Planungssicherheit. In den vergangenen zehn Jahren haben wir fast jedes zweite Jahr Frostereignisse gehabt. Die Extrema in ganz kurzer Zeit werden immer mehr. In dem Spannungsfeld wird Landwirtschaft unglaublich schwer“, betont Plemenschits. Vorige Woche hat dann auch noch der Hagel den Obstbauern das Leben schwer gemacht und viele weitere Äpfel entwertet. „Moderner Obstbau funktioniert nur mehr mit Frostschutz, einem Hagelnetz und Tröpfchenbewässerung gegen die Trockenheit“, ist Plemenschits überzeugt.