Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

Hagelschäden in Weingärten. UNWETTER / In den Gemeinden Neckenmarkt, Deutschkreutz und Horitschon gab es erhebliche Hagelschäden am Donnerstag.

Begutachteten die beschädigten Rebstöcke: Bürgermeister Hans Iby und Weinbauvereinsobmann Stefan Wellanschitz. ROZNYAK  |  NOEN
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VON KIM ROZNYAK UND

JACOB SCHUMANN

NECKENMARKT/BEZIRK / Zu Fronleichnam haben Unwetter im Burgenland beträchtliche Hagelschäden in der Landwirtschaft angerichtet. Betroffen sind vor allem Wein, Ackerkulturen, Gemüse, Obst und Grünland in den Bezirken Oberpullendorf und Neusiedl am See. Insgesamt 9.000 Hektar Wein, Gemüse, Getreide, Mais, Obst und Raps sind hier schwer geschädigt worden, der Gesamtschaden für die Bauern beträgt laut Günther Kurz von der Hagelversicherung rund 2,7 Millionen Euro.

In den Weingärten im Blaufränkischland zeigte sich am Freitag ein Bild der Zerstörung. In Neckenmarkt sind rund 550 Hektar Weinfläche von den Hagelschäden betroffen. „100 Hektar sind extrem geschädigt, bis zu 100 Prozent“, erklärt Weinbauvereinsobmann Stefan Wellanschitz. Die Neckenmarkter Weinbauern freuten sich vor dem Unwetter über die Blüten, da gute Anzeichen für den Jahrgang 2011 vorhanden waren. „Nun müssen wir sehr viel wegschneiden, damit wir wieder eine gute Qualität haben. Das Holz ist sehr angeschlagen, da kann es in den nächsten Jahren auch noch Probleme geben“, so Wellanschitz. Auch die Weinbauern in Deutschkreutz bekamen die Hagelschäden sehr zu spüren. Albert Gesellmann, Obmann des Weinbauvereines in Deutschkreutz, rechnet mit erheblichen Ernteeinbußen. „Es ist der ganze Hotter betroffen, jedoch nur ein Viertel der Reben. Aber die betroffenen Rebstöcke sind zu 60 bis 70 Prozent geschädigt“, so Gesellmann.

In Horitschon fielen die Schäden weit weniger aus. „Bei uns werden rund 20 bis 30 Prozent der Weinbauflächen etwas abbekommen haben, es ist weit nicht so schlimm wie in Neckenmarkt und Deutschkreutz“, so Weinbauvereinsobmann Alfred Moritz.

Rauch am Dachstuhl nach  einem Blitzschlag

Die schweren Gewitter hielten am Donnerstag auch die Feuerwehren im Osten des Bezirks in Atem. In Horitschon, Deutschkreutz, Girm, Ritzing, Tschurndorf und Lackendorf wurden die Florianis um Hilfe gerufen, meist zu Auspumparbeiten. Die Überflutungen waren jedoch lokal und meist nicht sehr stark. „Gebäudeschäden sind uns keine gemeldet worden“, bestätigt Richard Prunner von der Landessicherheitszentrale. Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Ferscha unterstreicht jedoch: „Wir sind bereit gestanden, denn die Präsenz der Feuerwehr ist unverzichtbar.“

Dies hat sich auch in Deutschkreutz gezeigt, als ein Blitz in das Wohnhaus des Weinguts Gager einschlug. Dichte Rauchschwaden stiegen daraufhin in den Himmel und die örtliche Feuerwehr rückte mit rund 40 Mann an. „Wir haben die Dachziegel im Bereich des Einschlages entfernt, konnten jedoch keinen Brand feststellen“, erzählt Ortsfeuerwehrkommandant Gregor Wiedeschitz. Gemeinsam mit der Feuerwehr Girm wurde aber dennoch alles genauestens kontrolliert und sicherheitshalber mit Wasser gekühlt. Außerdem mussten in Deutschkreutz zwei Keller ausgepumpt werden.