Erstellt am 03. April 2013, 00:00

Hirsche wüten im Raps. Wildschäden / Durch die Witterung und die Schonzeit in Österreich wandern viele ungarische Hirsche ins Burgenland.

BEZIRK /  „So etwas habe ich in punkto Schäden noch nicht gesehen“, berichtet Johann Eichberger, Leiter des Landwirtschaftlichen Bezirksreferates. Vor allem im Bereich Ritzing und Lackenbach haben Hirsche große Schäden angerichtet. „Bei uns sind Schäden auf zirka vierzig Hektar gemeldet worden, teilweise sind die Kulturen zu 100 Prozent beschädigt“, schildert Eichberger weiter. Der Raps sei komplett verbissen und jede Pflanze sei betroffen.

„Schäden bis zu zigtausend Euro“

„Den Schaden kann man derzeit nur schätzen, dieser geht aber sicher in die zigtausend Euro“, meint Eichberger. Für die Landwirte ergäbe sich außerdem das Problem, dass sie durch die schlechte Witterung und die Fruchtfolge auf den betroffenen Äckern eigentlich fast nur noch Sonnenblumen anbauen können. „Und diese würden die Hirsche auch abfressen“, erklärt der Leiter des Landwirtschaftlichen Bezirksreferates.

Die Problematik durch den erstärkten Hirschbestand sei durchaus bekannt, so Bezirksjägermeister Reinhold Iby. „ Zu den Schäden des Schwarzwildes sind in den ersten Monaten des heurigen Jahres vermehrt Schäden durch das hauptsächlich aus Ungarn zugewanderte Rotwild dazu gekommen. Die hohe, lang andauernde Schneelage hat die Situation noch verschlimmert“, so Iby.

Dies bestätigt auch Ursula Korner, Bezirkshauptmannstellvertreterin und Referatsleiterin für Natur-, Tier- und Umweltschutz: „Durch diese Witterungslage suchen sich die Tiere Freiflächen.“ Außerdem herrsche in Österreich bereits seit 1. Jänner Schonzeit, im Nachbarland Ungarn aber noch nicht. Bezirksjägermeister Iby erklärt: „In Österreich endet die Jagdzeit auf Rotwild aus ethischen Gründen mit dem 31. Dezember, in Ungarn wird bis Ende Februar weiter gejagt. Eine über den Dezember hinausgehende Schusszeit widerspricht den wildbiologischen Erkenntnissen, da die weiblichen Stücke in dieser Zeit bereits gut ausgebildete Föten inne haben und eine Reduktion nur über weibliche Stücke erfolgen kann.“ Durch diesen Jagddruck wandere das Rotwild in Gebiete ab, in denen nicht gejagt wird, derzeit gäbe es in allen Bezirken des Burgenlandes überhöhte Rotwildbestände.

Korner erklärt auf Anfrage der BVZ, dass es im Bezirk trotz der Schonfrist einige Abschussaufträge gegeben hätte, um den Hirschbestand zu regulieren. Dies ist laut Jagdgesetz möglich. „Wir haben bei der Abschnittsplanung die Abschusszahlen hinaufgesetzt“, führt die Referatsleiterin weiter aus. Wie stark sich das jetzt auswirkt, kann man noch nicht sagen. „Wir hoffen, dass es einen Effekt bringt“, meint sie abschließend.