Erstellt am 25. Juni 2014, 11:53

Hoffen auf Regen, damit Qualität passt. Im Bezirk startet die Ernte in dieser Woche mit der Wintergerste. Die Trockenheit hat bereits ihre Spuren hinterlassen.

Bestände sehen gut aus: Bezirksbauernbund-Obmann Josef Rathmanner hofft dennoch, dass sich bald Regen einstellt, damit sich das Getreide bestens entwickeln kann. Foto: Tritremmel  |  NOEN, Tritremmel

Ab dieser Woche werden die Mähdrescher wieder zum Landschaftsbild im Mittelburgenland gehören. In den Bezirken Güssing und Neusiedl ist diese bereits am Laufen. „Die Getreideernte im Bezirk Oberpullendorf beginnt im Laufe dieser Woche mit der Wintergerste“, so Bezirksbauernobmann Josef Rathmanner.

Johann Eichberger, Leiter des Landwirtschaflichen Bezirksreferates, führt aus: „Nach der Wintergerste folgen Roggen und Raps.“ Auf 8.500 Hektar im Bezirk wird Weizen angebaut, auf über 4.000 Hektar Raps. „Damit sind wir der Bezirk mit dem höchsten Rapsanteil in Prozent der Ackerfläche im Burgenland“, erklärt Eichberger.

Druck auf Kulturen durch Rost- und Pilzkrankheiten 

In diesem Jahr habe man den Krankheitsdruck beim Getreide stark gespürt, führt der Leiter des Landwirtschaflichen Bezirksreferates weiter aus. Vor allem Rost- und Pilzkrankheiten habe den Kulturen zu Schaffen gemacht. Dies bestätigt auch Rathmanner. Wintergetreide und Raps kamen aber gut über den Winter, auch die Frühjahrsentwicklung war in Ordnung. „Die Bestände stehen ganz gut“, sagt Rathmanner.

Er weist allerdings auf die extreme Witterungssituation in den vergangenen Monaten hin: „Der Mai war nass-kalt und der Juni fast niederschlagsfrei. Das hat den landwirtschaftlichen Kulturen zugesetzt.“ Und Rathmanner ergänzt: „Manche Kulturen wie Mais, Soja und Rüben wurden teilweise verschlemmt und mussten sogar ein zweites Mal ausgebracht werden.“

„Qualitätsabstufungen bedeuten auch Abstufungen beim Preis“

Die Auswirkungen der Trockenheit auf Menge und Qualität des Getreides könne man derzeit noch nicht abschätzen, sind sich Rathmanner und Eichberger einig.

„Die Bauern hoffen auf eine gute Qualität beim Getreide, unter anderem auch, weil es etwa bei Weizen Qualitätsabstufungen in Futter-, Mahl-, Qualitäts- und Premiumweizen gibt, die auch Abstufungen beim Preis bedeuten“, führt Rathmanner aus. Ingesamt schätzt er, dass die Preisentwicklung ähnlich wie im vergangenen Jahr sein wird.

Sowohl Eichberger als auch Rathmanner hoffen, dass sich bald Regen einstellt. „Den Regen bräuchten wir auch für die im Frühjahr angebauten Kulturen, wie etwa Zuckerrüben, Mais und Sojabohnen.“