Erstellt am 02. Dezember 2015, 11:16

von NÖN Redaktion

Illegal Rotwild erlegt. In Langeck, Ritzing, Lackendorf und Neckenmarkt wurden Hirsche und Rehe erlegt. Die Polizei ermittelt. Seit Anfang November wurden im Bezirk vier Stück Rotwild illegal erlegt.

In Langeck: Nach dem Abschuss wurde der Kopf des Tieres mitgenommen.  |  NOEN, Polizei

Seit Anfang November wurden im Bezirk vier Stück Rotwild illegal erlegt. In Langeck wurde ein Hirsch geschossen und der Kopf als Trophäe mitgenommen. Der Wert des Abschusses wurde mit 8.000 Euro beziffert. Im Ried „Kohllust“ in der Gemeinde Ritzing fanden zwei Jagdpächter eine leicht verweste Hirschkuh. Der Schaden beträgt 1.000 Euro.

Im Gemeindegebiet von Lackendorf „Steile Allee – Vordere Kroatische Ried“ fand ein Förster einen bereits stark verwesten Hirsch, der etwa acht bis neun Jahre alt war und dessen Wert auf 5.000 Euro beziffert wurde.

Der Pächter eines Weingartens in Neckenmarkt entdeckte bei Arbeiten im Ried „Untergunerits“ ein abgeschossenes Reh. Der Schaden beträgt 300 Euro.

Wilderei oder  Jagdgesetzübertretung?

„In den vergangenen Jahren ist es im Bezirk Oberpullendorf zu keiner Wilderei gekommen. Zusammenhänge zwischen den toten Hirschen in Langeck, Ritzing, Lackendorf und Neckenmarkt liegen aus Sicht der Polizei nicht vor“, so Bezirkspolizeikommandant Emmerich Schedl. In allen drei Fällen wurden eindeutige Durchschussspuren festgestellt. Zurzeit gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter. Die Beamten der Polizei Horitschon und des Landeskriminalamtes Burgenland ermitteln.

„Ob Wilderei oder Übertretungen des Jagdgesetzes durch Jäger vorliegen, ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen“, so Emmerich Schedl.

Bezirkshauptmann-Stellvertreterin und Referatsleiterin für Natur-, Tier- und Umweltschutz Ursula Korner führt aus: „Ein Eingriff in fremdes Jagdgebiet stellt vor allem einen Straftatbestand dar. Dieser wird laut § 137 Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder 360 Tagsätzen bestraft. „Was man seitens der Behörde hier ebenfalls noch berücksichtigen muss, ist die etwaige Entziehung der Jagdkarte.“

"Vorfälle schwer nachzuweisen"

Bezirksjägermeister Reinhold Iby meint auf Anfrage der BVZ: „ Solche Vorfälle sind für uns Jäger ein großes Problem, da wir auf die Ergebnisse der Polizeiermittlung warten müssen. Ein Schaden für das Image der Jagd wäre dann gegeben, wenn der oder die Wilderer aus den Kreisen der Jägerschaft kommen würden. Vorfälle im Bereich der Staatsgrenze sind schwer nachzuweisen, da in vielen Fällen beschossenes Wild, das über die Grenze geht, nicht nachverfolgt wird.“

Generell wird Rotwild altersmäßig eingeteilt und es gibt einen Abschlussplan, wie viel Stück abgeschossen werden dürfen. Aus Jägerkreisen ist unter vorgehaltener Hand zu hören, dass „falsch“ geschossenes Rotwild liegen gelassen wird, um einer Strafe zu entgehen. Iby dazu: „Das sollte nicht passieren, das ist unwaidmännisch. Wenn Wild beschossen wird, wird auch nachgesucht.“ Grundsätzlich meint der Bezirksjägermeister: „Der Wilderei kann man nur durch oftmalige Anwesenheit im Revier und durch aufmerksames Beobachten entgegenwirken. Hier ist die Jägerschaft auch auf Beobachtungen und Informationen aus nicht jagdlichen Kreisen angewiesen.“