Erstellt am 30. Januar 2013, 00:00

„Im Jägerinteresse Alkohol meiden“. Jagd und Alkohol / Nach dem tragischen Unglück in Niederösterreich wird auch im Mittelburgenland über den Themenkomplex diskutiert.

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BEZIRK OBERPULLENDORF / Der tragische Jagdunfall bei einer Treibjagd, bei dem im Bezirk Mistelbach ein Treiber von einem leicht alkoholisierten Jäger erschossen wurde, sorgt auch im Burgenland für Diskussionsstoff. Bezirksjägermeister Reinhold Iby erklärt: „Im Bezirk sind mir keine Vorfälle durch Alkohol bei Jagden bekannt. Die Jagdleiter weisen auch bei den meisten Jagden auf ein Alkoholverbot während der Jagd hin. Meiner Meinung nach hat Alkohol bei der Jagd nichts verloren und ist gefährlich, genauso wie im Straßenverkehr.“

Daher würde er die Einhaltung der Promillegrenze wie im Autoverkehr auch für die Jagd befürworten. „Es sollte aber im Interesse jeden Jägers sein, bei der Jagd den Alkohol zu meiden, um Vorfälle wie in Niederösterreich zu vermeiden“, so Iby.

Bezirkspolizeikommandant Emmerich Schedl stimmt dem zu: „Aus polizeilicher Sicht ist es selbstverständlich, dass im Umgang mit Waffen besondere Sorgfalt und Vorsicht geboten ist. Dazu gehört allgemein natürlich auch, dass der verlässliche Waffenbesitzer beim Umgang mit Waffen den Alkohol meidet.“

Ursula Korner, Stellvertreterin des Bezirkshauptmannes und Referatsleiterin für Natur-, Tier- und Umweltschutz, führt aus: „Vom Burgenländischen Jagdgesetz her gibt es keine Regelung in punkto Alkohol. Es gibt aber einen Entziehungstatbestand. Wenn es einen Anlassfall gibt oder etwas amtswegig bekannt wird, wird geprüft, ob ein solcher Entziehungstatbestand vorliegt“, so Korner. In einem solchen Fall prüft dann die Amtsärztin. Allerdings wird bereits im Vorfeld, bevor ein Jagdschein ausgestellt wird, ein potenzieller Jäger bzw. eine potenzielle Jägerin auf psychische und physische Gesundheit geprüft.

Wie viele Treibjagden auf Schwarz- und Niederwild es im Bezirk gibt, kann der Oberpullendorfer Bezirksjägermeister nicht genau beantworten. „Ich schätze um die hundert. Durch das vermehrte Auftreten von Schwarzwild sind Treibjagden zur Verringerung des Bestandes notwendig und werden auch durchgeführt“, so Iby.