Erstellt am 29. Februar 2012, 08:12

Initiative gegen Nachtlärm. UNTERSCHRIFTENAKTION / 120 Anrainer der Innenstadt wünschen sich runden Tisch, wo konkrete Lösungen erarbeitet werden.

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OBERPULLENDORF / Jugendliche grölen um 3 Uhr morgens, Glasscherben liegen im Garten, Kotze verschmutzt den Gehsteig: Solche Szenarien des Nachtlebens haben Anrainer der Innenstadt zu einer Unterschriftenaktion bewogen. Die Initiatoren Walter und Kovacs und Emmerich Pendl haben in zwei Wochen 120 Unterschriften von Bewohnern aus der Gymnasiumsstraße, Wiesengasse, Augasse, der Hauptstraße, dem Hauptplatz und der Mühlbachgasse gesammelt.

Diese sollen einerseits den Entscheidungsträgern beweisen, dass „von den unzumutbaren Zuständen am Wochenende“ sehr viele Bürger betroffen sind. Andererseits sind die Unterschriften gleichsam eine Unterstützungserklärung für die Bemühungen der beiden Initiatoren als Anrainervertreter mit den Behörden eine Lösung für diese Problematik zu finden. „Jeder spielt den Ball weiter. Wir wollen niemand an den Pranger stellen und wir wollen den Lokalbesitzern nicht das Geschäft vermiesen. Wir wollen eine Lösung“, erklärt Initiator Walter Kovacs.

Anrainer wünschen sich  einen runden Tisch

Dafür wünschen sich die Anrainer einen runden Tisch mit Anrainervertretern, Bürgermeister, Bezirkshauptmann, Polizei, Diskobusbetreiber und Diskothekenbesitzer, zu dem der Bürgermeister als Stadtoberhaupt einladen soll. „Es ist keine Frage, dass ich bereit bin, etwas zu tun“, erklärt Bürgermeister Rudolf Geißler. Er habe sich auch schon in der Vergangenheit der Diskussion gestellt und sei aktiv gewesen.

Bevor er den runden Tisch einberuft, möchte er allerdings noch juristische Stellungnahmen betreffend eines Anwaltbriefs abwarten, worin Anrainer eine Vorverlegung der Sperrstunde beantragen. „Es ist eine kleine Minderheit, die für Radau sorgt. Deswegen alle anderen zu strafen, liegt nicht unbedingt in meiner Absicht. Es müsste möglich sein, einer kleinen Gruppe Herr zu werden, wenn man mehrere Wochen hindurch massiv kontrolliert“, so Geißler, der sich diesbezüglich durch ein Gespräch mit Polizisten bestätigt fühlt. Auch Anrainer-Vertreter Kovacs hält mehr Kontrollen für sinnvoll: „Die 20, 30 Personen, die Zerstörungswut haben und Lärm machen, brauchen wir nicht. Es sollte schärfer durchgegriffen werden.“ Bezirkspolizeikommandant Emmerich Schedl möchte dem avisierten runden Tisch nicht vorgreifen. Nur so viel: „Die Polizei wird wie in der Vergangenheit der Überwachung des Stadtgebietes in den Nächten von Samstag auf Sonntag besonderes Augenmerk widmen.“

Bezirkshauptmann Klaus Trummer sieht vor allem in der Anzahl und in der Weitläufigkeit der Lokale das Problem. „Ein Mehr an Polizei, das alle Probleme löst, ist meiner Meinung nach der falsche Weg“, so Trummer, der hier alle Beteiligten in der Pflicht sieht. An einem runden Tisch wolle er teilnehmen.

Antrag: Wohnqualität  statt Ballermann

Trummers Gattin Elisabeth, die designierte Vizebürgermeisterin, hat indes einen Antrag auf Einberufung einer Gemeinderatssitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Wohnqualität statt Ballermann“ eingebracht.

Unerwünschte Nebenwirkungen des Nachtlebens: Die Anrainer wollen mit ihren Unterschriften zeigen, dass die „Zustände unzumutbar“ sind.