Erstellt am 24. Juni 2014, 15:30

Jäger horteten 24 Greifvögel in Tiefkühltruhe. Im Fall zweier Jäger, die geschützte Greifvögel gewildert haben sollen, liegen Ergebnisse der Hausdurchsuchungen vor.

 |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening
Ermittler fanden 24 in Tiefkühltruhen eingefrorene und elf präparierte Greifvögel - Eulen, Bussarde, Falken, Habichte, Uhu und andere, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Magdalena Wehhofer.

Polizisten hatten am 22. Mai bei den Weidmännern aus dem nachgeschaut und waren auf die Greifvögel gestoßen. Dabei fanden sie auch zwei verbotene sowie fünf nicht registrierte Waffen - ein Gewehr und vier Faustfeuerwaffen. Auch ein Werkzeug, das zwar keine Waffe im engeren Sinn sei, jedoch dennoch unter das Waffengesetz falle, sei aufgetaucht.

Nächster Schritt: Zeugenbefragungen 

"Bei den eingefrorenen Greifvögeln wird jetzt abgeklärt, was die Todesursache ist", sagte Wehofer. Was die Präparate betrifft, soll deren Alter festgestellt werden, "weil es nicht immer verboten war, Greifvögel zu schießen." Außerdem sollen noch weitere Zeugen befragt werden. Mit dem Vorliegen des nächsten Berichts sei nicht vor Herbst zu rechnen. "Ob das der Abschluss der Erhebungen ist, kann man derzeit noch nicht sagen", so die StA-Sprecherin.

Die Tierschutzorganisation"Vier Pfoten" hat am Dienstag gefordert, den betroffenen Jägern lebenslang den Jagdschein zu entziehen. "Es handelt sich hier um keinen Bagatelldelikt. Die Jäger haben nicht nur grob gegen das Jagdgesetz verstoßen, sondern geschützte Tiere getötet", so Kampagnenmitarbeiterin Irina Fronescu von Vier Pfoten einer Aussendung. "Eine Geldstrafe alleine würde diese Menschen sicher nicht abhalten, ein solches Verbrechen erneut zu verüben", erklärte Fronescu.

Vier Pfoten verdächtige die Jäger außerdem der illegalen Geschäftemacherei mit geschützten Tieren. Für den Leiter der Eulen-und Greifvogelstation in Haringsee in Niederösterreich sei "die Sache recht eindeutig: Die Tiere wurden eingefroren, um sie später präparieren zu lassen", meinte Fronescu. Vier Pfoten fordere die Staatsanwaltschaft auf, dies im Zuge der Ermittlungen zu berücksichtigen.