Erstellt am 13. April 2016, 06:04

von Elisabeth Kirchmeir

Juristin von Gatte bedroht. Ein mit einer Juristin verheirateter Sporttrainer soll unter Alkoholeinfluss seine Frau und deren Sohn aus früherer Ehe bedroht haben.

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Wegen fortgesetzter Gewaltausübung und Drohungen musste sich vorige Woche ein Sporttrainer vor Gericht verantworten. Er wurde zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Der Mann soll im Vorjahr den Sohn seiner Gattin, der aus einer früheren Beziehung stammt, mehrfach eingeschüchtert und mit Schlägen bedroht haben.

Vermehrter Alkohol-Konsum im Lauf des Jahres

Am 8. Dezember 2015 eskalierte die Familienkrise – die Polizei wurde gerufen, der Ehemann aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen. Vor Gericht bekannte sich der Sporttrainer nicht schuldig.

Die Ehegattin, eine Juristin, gab an, dass ihr Mann im Laufe des vergangenen Jahres vermehrt Alkohol konsumiert habe. Er habe begonnen, sie zu beleidigen und ihr anzudrohen, dass sie „nicht mehr glücklich werden würde und er ihrem Sohn etwas antun würde“, wenn sie sich scheiden ließe.

Im Herbst habe er unter Alkoholeinfluss gedroht, er werde ihren Sohn umbringen und das Haus anzünden, wenn sie ihm nicht 100.000 Euro zahle. „Ich dachte, das kann nicht wahr sein, dass mir das passiert!“, erklärte die Juristin vor Gericht.

Nächtliches Playstation-Zocken kostete Nerven

x  |  NOEN, BVZ

Ihr Gatte – das Scheidungsverfahren ist noch im Laufen – bekannte sich nicht schuldig. Der Sohn seiner Gattin habe vor ihm keinen Respekt gezeigt, so der Sporttrainer.

Mehrfach habe es Streit gegeben, weil der Teenager bis in die Nacht hinein mit seiner Playstation gespielt habe. Im Dezember 2015 soll der Sporttrainer dem Jugendlichen angedroht haben, er werde ihm die Nase brechen und sich eine Waffe kaufen, um auf ihn und seine Freunde zu schießen, wenn er die Jugendlichen nachts im Haus antreffe.

„Das Verhältnis zu ihm war gut, bis er anfing zu trinken“, beschrieb der junge Mann die Beziehung zu seinem Stiefvater. Am 8. Dezember 2015 habe ihm der Stiefvater eine Ohrfeige gegeben. Der Verteidiger des Angeklagten sprach von einem „Vernichtungsfeldzug“, den die Gattin gegen seinen Mandanten führe.

Von fortlaufender Gewaltausübung könne keine Rede sein. Richter Wolfgang Rauter verurteilte den Trainer wegen gefährlicher Drohung und Nötigung zu drei Monaten Freiheitsstrafe bedingt. Zu einem Teil der Vorwürfe erfolgte ein Freispruch.