Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Kein neuer Primar. Verbundlösung für Chirurgie / Langfristig soll auch in dieser Abteilung des Krankenhauses spitalsübergreifend gearbeitet werden.

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OBERPULLENDORF /  Die Primariats-Stelle der Chirurgie im Krankenhaus Oberpullendorf wird nicht wieder ausgeschrieben. Sie wurde frei, da Primar Friedrich Hofbauer mit Ende 2012 in Pension ging.

Derzeit wird die chirurgische Abteilung von Oberarzt Michael Lang geleitet, jedoch soll es auf lange Sicht eine Verbundlösung geben, heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Peter Rezar. „Langfristig wird  –  nach den Vorbildern des gynäkologisch-geburtshilflichen Verbundes, des internistischen Verbundes, des radiologischen Verbundes – diese bewährte Organisationsform auch auf die Chirurgie ausgeweitet“, meint man weiter. Der genaue Zeitrahmen für diese Lösung ist jetzt allerdings noch nicht fixiert. Der derzeitige Leiter der Chirurgie Michael Lang, auch Ärztekammerpräsident im Burgenland, meint dazu: „Wir sind nicht prinzipiell gegen Verbünde. Ich habe auch ein Modell vorgestellt, bei dem ein spezialisierter Primar sozusagen in die anderen Krankenhäuser ,ausstrahlen’ würde. Vor Ort wäre dann trotzdem noch immer ein Primar.“ Die Chirurgie sei ein Hoch-Akut-Fach, bei dem rasch Entscheidungen getroffen werden müssen, da würde sich ein vor Ort agierender Primar leichter tun. In dieser Funktion sei man auch für die Schulungen verantwortlich. „Wenn ich nicht vor Ort bin, dann kann ich nicht sagen, was der einzelne kann und wo Schulungen vonnöten sind.“ Wichtig ist ihm aber zu betonen, dass der Standort Oberpullendorf gesichert ist und dass die Bevölkerung adäquat versorgt wird.

Ärzte sprachen sich  gegen Verbund aus

Bereits als die Pensionierung Hofbauers unmittelbar bevorstand, gab die Bezirksärztevertretung ihrer Befürchtung in einem offenen Brief Ausdruck, dass es zu einer Verbundlösung kommen könnte, da noch keine Stelle ausgeschrieben worden war. Sie sprachen sich gegen eine Verbundlösung und für die Erhaltung der eigenständigen Abteilung mit einem eigenen Primar aus. Die Bezirksärztevertretung meinte, dass nur mit einem eigenständigen Primariat ein Qualitätsverlust und eine Schwächung der medizinisch-therapeutischen Versorgung zu vermeiden wäre. Stefan Karall, Vertreter der Bezirksärzte, meint: „Ich bin nach wie vor total gegen einen Verbund. Medizin ist personenbezogen, man muss den Patienten sehen. Wenn ein Patient ins Krankenhaus kommt, dann möchte er, dass er zumindest einmal einen Primar sieht.“ Laut Büro Rezar werden Verbünde für die Qualitätssicherung eingesetzt. „So ist zum Beispiel die Erfüllung von Mindestfrequenzerfordernissen bei vielen Leistungen fast nur mehr im Rahmen von Verbünden möglich. Wir haben mit den bestehenden Verbünden bisher nur gute Erfahrungen gemacht und werden für diesen Weg vom Rechnungshof auch ausdrücklich gelobt“, heißt es.

Direktion: Derzeit kein Verwaltungsdirektor 

Auch eine andere Stelle im Krankenhaus ist zurzeit vakant. Die Aufgaben des kaufmännischen Direktors Herbert Pauer, der vor Kurzem bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, werden derzeit von einer Mitarbeiterin der Verwaltung bearbeitet. Weitere Schritte werden sich laut dem Büro Rezar in den nächsten Monaten ergeben.

Leitet derzeit die Chirurgie Michael Lang, der auch der Burgenländischen Ärztekammer vorsteht.