Erstellt am 10. November 2010, 10:44

Keller-Stiftung bleibt Burgherr. VERHANDLUNGEN BEENDET /  Die JUFA bekundete Interesse am Betrieb der Burg. Es kam zu keiner Einigung mit der Stiftung, die die Burg nun selbst weiterführt.

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LOCKENHAUS / Seit rund zwei Jahren sind Verhandlungen zwischen den Jugend- und Familiengästehäusern (JUFA) und der Paul Anton Keller-Stiftung gelaufen - die BVZ berichtete. Die JUFA hatte Interesse am Betrieb der Burg Lockenhaus bekundet und plante die Sanierung des Hotels bzw. die Erstellung eines museumspädagogischen Konzeptes.

Nun sind die Verhandlungen beendet, wie Stiftungs-Vizepräsident Roman Horvath, erklärt. „Im Endeffekt haben wir uns nicht einigen können, weil wir eine Kooperation angestrebt haben, der neue Betreiber aber komplett das Heft in die Hand nehmen wollte und das um einen Preis, der nicht dafür gestanden ist“, schildert Horvath. Er verweist darauf, dass die Burg der Stiftung gehört und als deren Stiftungszweck die Erhaltung der Burg definiert wurde. „Bei dem neuen Betreiber hätten wir keinen Einfluss mehr gehabt. Es wäre ein großer Hotelbetrieb geworden. Wir hatten Angst, was mit den Tagesgästen passiert, weil es vermutlich keine durchgehende Küche gegeben hätte. Deshalb haben wir entschieden, die Burg selbst weiterzuführen“, erklärt Horvath.

Ziel ist ein optimaler Betrieb  innerhalb von zehn Jahren

Dazu wurde die Organisation der Burg mit den bestehenden Mitarbeitern umgestellt und effizienter gestaltet. Ziel ist es, sich finanziell zu erholen, um dann den Zweck der Stiftung zu erfüllen. „Wir haben heuer erstmals seit sieben Jahren wieder ein Plus erwirtschaftet durch verschiedenste Veranstaltungen, neue Attraktionen wie Ritterspiele und Konzerte“, schildert Horvath. Mit den Einnahmen wurde bereits begonnen, die ersten Hotelzimmer auf der Burg zu sanieren. Dies soll sukzessive auch im Burghotel fortgesetzt werden. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, in zehn Jahren einen optimalen Betrieb zu haben“, so Horvath. Dafür will man möglichst viele Veranstaltungen machen und das Angebot Jahr für Jahr erweitern, um noch mehr Leute auf die Burg zu bringen und dadurch mehr Einnahmen zu haben.

Kooperationen mit regionalen  Anbietern werden gesucht

Am Programm für nächstes Jahr wird bereits intensiv gearbeitet - von Ponyreiten bis Gruselführungen mit Kinderpädagoginnen kann man sich einiges vorstellen. „Wir können nicht für alles Personal aufnehmen und bauen daher auf regionale Kooperationen. Das ist für alle ein Gewinn“, sagt Horvath. Er bittet Leute aus der Region, bei ihm Vorschläge einzubringen, welche Attraktionen sie auf der Burg anbieten könnten (0664/515 43 86). Angedacht sind auch Package-Angebote wie zwei Tage Therme und ein Tag Burg mit Übernachtung und Ritteressen.

Förderzusage von einer  Million stand im Raum

Für das Projekt der JUFA hatte das Land rund eine Million Euro Förderung zugesagt - die BVZ berichtete. Als der Deal nicht zustande gekommen sei, habe die Stiftung nachgefragt, ob sie nun dieses Geld bekomme, wenn man einen entsprechenden Projektvorschlag macht. „Es wurde uns mitgeteilt, dass das Geld zweckgebunden ist und nur dann fließt, wenn die JUFA übernimmt“, sagt Horvath.

Dies wird seitens des Büros von Kulturlandesrat Helmut Bieler bestätigt. Es handle sich dabei um EU-Fördergelder, die nur durch eine entsprechende Ko-Finanzierung des Projektbetreibers ausgelöst werden können und deren Genehmigung sowohl projekt- als auch projektträgerbezogen ist. Wenn die Stiftung genug Eigenmittel hat und selbst ein sinnvolles Projekt einbringt, könne sie ebenfalls um Förderung ansuchen. Was Horvath befremdet, ist auch die Tatsache, dass die Burg nicht mehr so wie früher 50.000 Euro Förderung jährlich vom Land bekommt. Seitens der zuständigen Stellen im Land heißt es hierzu, dass der Fördervertrag heuer ausgelaufen ist. Zur Zeit sei eine Verlängerung nicht angedacht, weil das Konzept, wie die Burg in Zukunft geführt werden soll, nicht überzeugt habe. „Wir nehmen das zur Kenntnis. Wir haben es auch ohne Subvention geschafft, dass wir positiv sind“, so Horvath. „Mit Unterstützung des Landes würde es aber viel schneller gehen und weniger als zehn Jahre dauern, das Hotel komplett zu sanieren.“

In einem der neu renovierten Zimmer: Stiftungs-Vizepräsident Roman Horvath und sein Team planen, Schritt für Schritt zu sanieren.