Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Kinder bringen ältere Menschen in Schwung. GENERATIONENPROJEKT / Die 3a-Klasse der Volksschule besucht regelmäßig die Bewohner des Altenwohnheims im Krankenhaus.

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OBERPULLENDORF / Vergnügt kauen die Volksschüler an ihren Frühstücksbroten. Mit ihnen am Tisch sitzen ältere Menschen und schlürfen genüsslich ihren Kaffee. Zwischen ihren Tellern nisten Hühner in kleinen Körbchen - ein vorösterliches Geschenk, das die Schüler dieses Mal zum Treffen ins Altenwohnheim des Krankenhauses mitgebracht haben.

Seit November läuft unter dem Motto „Alt und Jung: Kinder bringen ‚Alte‘ in Schwung“ ein auf zwei Jahre angelegtes Generationenprojekt der besonderen Art zwischen der 3a-Klasse der Volksschule und dem im Krankenhaus situierten Altenwohnheim. Etwa alle zwei Monate kommen die Kinder ins Altenwohnheim, um gemeinsam mit den älteren Menschen verschiedenste Aktivitäten durchzuführen. „Meine Schüler waren vom ersten Moment an begeistert“, erklärt Klassenlehrerin Doris Westhoff. Und das bestätigen auch drei Schülerinnen. „Wir haben schon Freundinnen gefunden“, freuen sie sich.

Vor dem Start des Projekts hat sie dieses mit den Schülern genau besprochen, mögliche Probleme und Bedürfnisse von alten und auch demenzkranken Personen wurden angesprochen und die Kinder brachten dabei ihr eigenen Erfahrungen mit Omas, Opas und Urlis ein. „Die Beobachtungen meiner Schüler haben gezeigt, dass Kinder in diesem Alter keine Scheu haben, mit alten Menschen in Kontakt zu treten. Es ist ihnen nicht peinlich oder für sie uncool, sich mit alten Menschen zu beschäftigen“, meint Westhoff. So stellten sich beim ersten Treffen alle Schüler mit einem eigenen Plakat vor. Da von den sechzehn Schülern neun nicht Deutsch als Muttersprache haben, begrüßte jedes Kind die Bewohner in seiner Muttersprache und berichtete über sein Land. Im Fasching wurden gemeinsam Masken gebastelt und Muffins gebacken, beim jüngsten Treffen am Mittwoch Kochschürzen bedruckt und Osterkränze gebacken. „Es ist schön von den Lehrkräften, der Jugend zu zeigen, wie alte Leute untergebracht sind. Wir sind nicht von zu Hause abgeschoben, sondern fühlen uns sehr wohl“, so eine Bewohnerin. Die gemeinsame Zeit mit den Schülern mache besonders Freude.

Das nächste Treffen ist auch schon geplant. Im Juni wird ein gemeinsamer Wandertag stattfinden, wobei die Kinder die älteren Leute im Rollstuhl führen werden und zuvor gemeinsam ein Picknick zubereitet wird.

„Dieses Projekt ist eine großartige Idee“, lobte Gesundheitslandesrat Peter Rezar, der als besonderer Gast beim Treffen am Freitag dabei gewesen ist. „Ich hoffe, dass diese Idee Schule macht.“

Beim Projekttreffen: Die Schüler Rufat Achmedov, Robert Alba, Marlene Weigelbeck, Ali Gol-Mohammed, Julia Hoffmann, Edin Huremovic, Hammat Javed, Sophie Kacsits, Auron Ljuta, Raul Matai, Sara Nakic, Aldin Salihovic, Maximilian Thumberger und Sarah Jambrits mit den Bewohnern Roswitha Schweinzer, Maria Cvitkovich und Karoline Rohrer sowie Bereichsleiterin Regina Sellmeister, Pflegedirektorin Barbara Seidl, Landesrat Peter Rezar, Betreuerin Maria Hütter, Direktorin Manuela Resch und Lehrerin Doris Westhoff.