Erstellt am 13. April 2011, 08:21

„Kinderkrankheiten“ bei Spital-Umstrukturierung. BESTANDSAUFNAHME / Ein Patient schilderte in einem Leserbrief seine Eindrücke. Landesrat Rezar spricht von Anlaufproblemen.

OBERPULLENDORF / Wie die BVZ berichtete, trat im Krankenhaus mit 1. Februar eine Neuorganisation in Kraft. Die Bettenbelegung erfolgt nun nach Ausmaß des Pflegebedarfs, alle Patienten werden in einer Erstaufnahme empfangen.

Ein Patient aus Unterrabnitz berichtete der BVZ in einem Leserbrief über seine Erfahrungen. Seine ambulante Schmerzinfusion habe über zwei Stunden gedauert, obwohl kein Patient vor ihm gewesen sei, da die diensthabende Ärztin zwischen Erstaufnahme und Station pendeln musste. Die Leute in der – jetzigen notdürftig errichteten – zentralen Aufnahmestelle seien überfordert gewesen sowohl vom Andrang als auch von der Befähigung. „Kein Wunder, mussten doch viele Personen von heute auf morgen eine ganz andere Arbeit als bisher verrichten, was logischerweise nicht funktionieren kann“, so der Patient. Bei der stationären Aufnahme sei er zunächst ins Schlaflabor gebracht worden, weil kein Bett frei gewesen sei. „Das Personal hatte alle Hände voll zu tun, um die Frauen zusammenzulegen, um ein Männerzimmer freizubekommen. Ich konnte überhaupt ein ständiges Verschieben von Betten und Patienten beobachten“, so der Mann. „Über das Personal kann ich nur Positives berichten. Hätten Pfleger, Schwestern und Ärzte nicht so großes Selbstverantwortungsbewusstsein gezeigt, der Betrieb wäre kollabiert.“

„Das läuft erst seit 1. Februar“, erklärt Gesundheitslandesrat Peter Rezar. Derzeit gäbe es noch „Kinderkrankheiten“. Man habe an sich damit gerechnet, dass es Anlaufschwierigkeiten geben wird, die laufend verbessert werden müssen. „Learning by doing“, so Rezar. Man habe die Umstrukturierung einmal gestartet mit der Option auf räumliche Änderungen. So sei auch die Erstaufnahme gleich im Eingangsbereich nach wie vor ein Thema. „Wir brauchen ein räumliches Gesamtkonzept und schauen uns das unter Einbindung des gesamten Personals an“, so Rezar. „Die Umstrukturierung ist noch nicht abgeschlossen.“