Erstellt am 09. Januar 2013, 08:34

Kino stellt Betrieb ein. Rückläufige Besucherzahlen / Im Sommer wird Oliver Treiber das Filmgeschäft beenden. Der Saal kann weiter für Events gemietet werden.

 |  NOEN
Von Michaela Grabner

OBERPULLENDORF / „Seit 2005 geht das Kinogeschäft rapide zurück. Jedes Jahr sind es weniger Leute geworden“, erklärt Kinobesitzer Oliver Treiber, warum er sich nach intensiver Überlegung und Ringen mit sich selbst dazu entschlossen hat, im Sommer dieses Jahres den Betrieb seines Kinos einzustellen.

2012 war schlechtestes Jahr seit Bestehen 

2012 sei das schlechteste Jahr überhaupt in den über 30 Jahren gewesen, seit seine Familie das Kino betreibt. Hatte man früher im Schnitt – auch in Zeiten als es erst einen Kinosaal gab – an die 40.000 Kinobesucher gezählt, einmal sogar 50.000, so waren es im Vorjahr weniger als 20.000 Besucher in den drei Sälen. „Negativ ausgewirkt hat sich für mich die Eröffnung des Kinocenters in Mattersburg vor einigen Jahren. Seitdem merke ich überhaupt starke Rückgänge. Für den Norden des Bezirks ist es egal, ob man rauf nach Mattersburg oder runter nach Oberpullendorf fährt“, erklärt Treiber zu dieser Entwicklung. „Der Umbau der Hauptstraße 2005 war auch ein bisschen ein Todesstoß. Seitdem gibt es null Bewegung in der unteren Hauptstraße.“

Was Oliver Treiber seine Entscheidung „erleichtert“ hat, war die fortschreitende Digitalisierung im Kinobereich. „Über kurz oder lang wird man den herkömmlichen alten Kinofilm nicht mehr kriegen, sondern nur mehr digitale Kopien“, erläutert Treiber. Um diese abspielen zu können, bedarf es aber ganz anderer technischer Einrichtungen und diese seien „sehr teuer“. Und selbst wenn man dieses viele Geld in die Hand nehme würde, gäbe es keine Garantie dafür, dass die Besucherzahlen danach wieder in die Höhe gehen. „Der Besucher würde von diesen Investitionen gar nichts merken“, so Treiber.

Mit dem regulären Filmbetrieb ist daher wie oben erwähnt Mitte des heurigen Jahres Schluss. Das Kino wird aber nicht gänzlich seine Pforten schließen. „Das Gebäude bleibt bei der Familie. Es steht Leuten offen, die den Saal für Veranstaltungen mieten wollen“, schildert Treiber. So wird dort weiter englisches Theater für die Schulen über die Bühne gehen. Auch die Kulturvereinigung hat das Kino verstärkt als eine zusätzliche Veranstaltungsstätte ins Auge gefasst. Heuer hat man gleich einige Veranstaltungen dort geplant: am 17. Mai das Kabarett „Liederliebesreigen“ mit den Kernölamazonen reloaded, am 20. September irische Folkmusik mit den Shenanigans und am 22. September eine Lesung mit Chris Lohner „Nein, ich will keinen Seniorenteller“.

Film ab: Oliver Treiber wird nur noch bis Mitte des Jahres das Kino betreiben. Grabner