Erstellt am 31. Dezember 2014, 05:53

Doch keine Befragung. Wasserleitung Lindgraben | Der Gemeinderat Kobersdorf beschloss, dass es keine Volksbefragung geben wird.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Für hitzige Diskussionen sorgte der Punkt „Abhaltung einer Volksbefragung betreffend Wasserleitung Lindgraben“. Konkret geht es darum, ob die Wasserleitung in Lindgraben saniert werden oder ob der Kobersdorfer Ortsteil an den Wasserverband Mittleres Burgenland angeschlossen werden soll (die BVZ berichtete). Bei der vergangenen Sitzung wurde die Abhaltung einer Volksbefragung mehrheitlich abgelehnt.

Die Sanierung der Leitung von der Quelle bis zu den Haushalten würde sich laut einem Konzept auf 1,105.425 Euro belaufen, bei einem Verbandsbeitritt würden die Kosten für die Gemeinde 305.400 Euro betragen.

„Wichtiges Thema für Lindgraben“

Man debattierte einerseits darüber, ob es überhaupt eine Volksbefragung zu dem Thema geben sollte und wenn, ob es dann nur in Lindgraben selbst eine Volksbefragung geben sollte oder in allen drei Ortsteilen der Großgemeinde Kobersdorf. Bürgermeister Schütz wies darauf hin, dass das Ergebnis einer Volksbefragung nicht bindend sei, wie etwa bei einer Volksabstimmung. „Ich weiß, dass das Thema für Lindgraben sehr wichtig ist, aber man muss das auch wirtschaftlich prüfen“, so der Ortschef.

Gemeindevorstand Susanna Grössing (SPÖ) erklärte: „Ich finde, das ist kein Thema für eine Volksbefragung.“ Lindgrabens Ortsvorsteher Arnold Gradwohl (SPÖ) führte aus, dass es in Lindgraben sowohl viele Befürworter als auch Gegner einer Sanierung gebe. „Eine Volksbefragung wäre richtungsweisend“, so Arnold Gradwohl.

Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP) rechnete vor, dass wenn man die Sanierung durchführe, dass für jeden Einwohner der Großgemeinde Schulden von 570 Euro bedeuten. „Und dann soll etwa der Oberpetersdorfer nicht gefragt werden, ob er das mittragen will?“ Auch Franz Schock (SPÖ) meinte: „Wenn es eine Volksbefragung gibt, fände ich es fair, wenn alle drei Ortsteile befragt werden.“

„Die Priorität muss die Gesundheit sein“

ÖVP-Gemeinderat Werner Gradwohl erklärte: „Die Priorität muss die Gesundheit sein.“ Gemeinderat Ronny Piniel von der ÖVP wandte ein, dass es ein Vorteil des Wasserverbandes wäre, dass dieser die Qualität und die Quantität des Wassers garantieren muss. „Das, was wir alle wollen, ist gutes Wasser für Lindgraben. Aber die Kosten sind nicht zu vernachlässigen“, führte SPÖ-Gemeinderat Klaus Tremmel aus.

Zukunft Dorf-Gemeinderat Werner Schöll erklärte: „Eine Volksbefragung ist falsch, egal ob in Lindgraben oder in allen drei Ortsteilen.“ Man hätte als Gemeinderat die Verpflichtung, die Bevölkerung mit qualitativ gutem Wasser zu versorgen, müsse aber auch das Rückgrat haben, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, so Schöll.
Nach einer langen Diskussion wurde abgestimmt – Bürgermeister Klaus Schütz, Ortsvorsteher Arnold Gradwohl (beide SPÖ) sowie Gemeinderat Werner Gradwohl (ÖVP) stimmten für eine Befragung, alle anderen Anwesenden dagegen.

Man werde nun die Bevölkerung nochmals intensiv mit allen Zahlen, Vor- und Nachteilen der Varianten informieren und anschließend über die weitere Vorgangsweise diskutieren, so Bürgermeister Schütz.