Erstellt am 16. Juli 2014, 07:06

von Michaela Grabner

Bewerten statt überbewerten. Michaela Grabner über die Vorsicht, mit der man Statistiken genießen muss.

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast – heißt es. Statistiken wie die Gemeindefinanzstatistik liefern interessante Informationen, vorausgesetzt man interpretiert diese richtig.

Dazu gehört zu schauen, was und wie etwas erhoben wurde bzw. wie die einzelnen erhobenen Bereiche definiert wurden. Wenn daher einmal ein Minus vor der freien Finanzspitze steht, also dem möglichen freien Finanzspielraum, wie 2013 in Lackendorf (-13 Euro pro Kopf) oder Steinberg-Dörfl (-5 Euro pro Kopf), heißt das nicht gleich, dass die betroffenen Gemeinden in finanziellen Schwierigkeiten stecken.

Gemeinden wie Kobersdorf oder Piringsdorf, die noch 2011 eine negative freie Finanzspitze hatten, waren schon 2012 wieder in einem positiven Bereich, wie auch 2013. Auch eine am ersten Blick hohe Pro Kopf-Verschuldung wie 2013 in Draßmarkt mit 3.244 Euro relativiert sich, wenn man weiß, dass sich diese auf die Kosten für Kanal- und Wasserleitungsbau beschränkt, wofür es durch die Kanalgebühren sichere Einnahmen zum Abzahlen gibt. Grundsätzlich soll man Statistiken also bewerten und nicht überbewerten.