Erstellt am 17. Oktober 2012, 10:38

Die Wahrheit wurde ignoriert. Otto Gansrigler über die Ablehnung von Videobeweisen bei der STRUMA.

Im Moment vergeht keine Woche ohne Aufregung über eine Entscheidung des Straf- Melde- und Kontrollausschusses, kurz der STRUMA. Nachdem vor einer Woche Lockenhaus-Keeper Peter Reidinger vor dem Schnellgericht mit zwei Zeugenaussagen abblitzte, erging es nur eine Woche später Horitschons Endrit Mucolli gleichermaßen. Der junge Angreifer war in der Schlussphase des Spiels gegen Neuberg mit Georg Novak aneinandergeraten und fasste dafür (unglaubliche) fünf Spiele aus. Das Spielvideo, das Horitschon-Trainer Franz Ponweiser von jeder Partie anfertigen lässt, entlastet den Stürmer, wurde aber von der STRUMA als Beweismittel nicht anerkannt.

Konnte man die Ablehnung von Zeugenaussagen aus einem anderen Blickwinkel noch als gerechtfertigt akzeptieren, so ist die Nichtbeachtung eines Videobeweises schon schwerer zu argumentieren. Einen Zeugen kann man leicht beeinflussen, eine Videoaufnahme zeigt allerdings die nackte Wahrheit. Stellt sich die Frage, warum ein Videobeweis zur Aufklärung von Fällen im Profifußball zugelassen ist, im Unterhaus aber – wenn vorhanden – diesem keine Beachtung geschenkt wird. Hängt es mit der Größe der Kamera zusammen? Der Leidtragende ist ein junger Spieler, für den Mitte Oktober die Herbstmeisterschaft schon zu Ende ist.