Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Ein durchaus sinnvoller Luxus. MICHAELA GRABNER über Kursmaßnahmen für Arbeitssuchende.

Rund 70.000 Euro kostete der Kurs „Sprachen öffnen Türen“ (Artikel Seite 16) für junge arbeitslose Frauen und Wiedereinsteigerinnen, an dem fünfzehn Damen teilnahmen: Rund 4.667 Euro also pro Dame. Angesichts solcher Summen wird sich manch eine/r fragen, ob nicht auch für einen gesamten Kurs 4.667 Euro gereicht hätten. Sicherlich könnte man den einen oder anderen zweitägigen Kurs a la „Wie bewerbe ich mich richtig“ mit solchen Mitteln finanzieren. Die Frage ist aber, ob dies einen anderen Sinn macht, als Leute aus einer Arbeitslosenstatistik verschwinden zu lassen.

Kurse wie „Sprachen öffnen Türen“, die auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten seien, seien eben deswegen so teuer, weil sie individualisieren, heißt es von den Verantwortlichen. Und nur so kämen hohe Vermittlungsquoten zustande.

In jedem Fall sind 4.667 Euro für eine Frau, die nachher einen Job hat, besser investiert als 4.667 Euro für fünfzehn Frauen, die nachher in den nächsten Kurs wechseln. Fraglich ist allerdings, ob man sich den Luxus solcher Kurse wie „Sprachen öffnen Türen“ nach Auslaufen der EU-Förderperiode 2013 noch leisten wird können, denn immerhin werden derzeit 75 Prozent solcher Maßnahmen durch EU-Gelder finanziert.

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