Erstellt am 23. Januar 2013, 09:14

(K)ein Grund zum Ärgern. Michaela Grabner über das Schnee-Treiben im Bezirk.

Wen nervt es nicht, wenn der Schneepflug die soeben freigeschaufelte Hauseinfahrt wieder zuschiebt. Wer ärgert sich nicht darüber, wenn er zwischen den Schneehaufen keinen Parkplatz findet. Wen kostet es nicht den letzten Nerv, wenn der Vordermann ständig den Fuss auf der Bremse hat, obwohl man doch schon längst beim wichtigen Termin sein sollte. So schön der Schnee ist, so sehr man die Winterlandschaft genießt und so viel Freude er den Kindern macht, so viel Grund zum Ärgern kann er Erwachsenen bieten.

Es geht darum, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wer seine Geschwindigkeit den Fahrverhältnissen anpasst, wird eher gesund ans Ziel kommen als im Graben zu landen. Wer sich bewusst macht, dass Autos auf Schnee nicht so rasch bremsen können, wird eher noch eine halbe Minute am Gehsteig bleiben und erst dann die Straße überqueren. Wer sich eingesteht, dass Frau Holle zwar durch ein lockeres Polsterschütteln den Schnee herzaubern, der Winterdienst diesen aber nicht durch ein Fingerschnippen wegzaubern kann, schont sein Nervenkostüm. Ärger kann der Schnee nur dem bereiten, der sich ärgern lässt.