Erstellt am 26. August 2015, 10:45

von Michaela Grabner

Entschieden, aber ungelöst. Michaela Grabner über die Ablehnung der Asyl-Aufarbeitungsstelle in Deutschkreutz.

Dass im Deutschkreutzer Gemeinderat die Abstimmung darüber, ob das ehemalige Grenzgebäude an die Polizei zur Errichtung einer Asyl-Aufarbeitungsstelle vermietet werden soll, geheim erfolgt ist, ist schon eine Aussage für sich.

Es zeigt nämlich, wie eingeschränkt die Flüchtlingsthematik tatsächlich diskutiert wird und wie dabei vor allem Ängste grassieren. Wie anders ist es zu erklären, dass man die eigene Meinung bedeckt halten möchte. Die eigentliche Herausforderung lässt sich aber weder totschweigen noch wegdiskutieren.

Tatsache ist, dass jede Woche hunderte Flüchtlinge ins Burgenland kommen. Menschen, die keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben als tausende Kilometer zwischen sich und ihre Heimat zu bringen. Menschen, die oft schreckliche Schicksale erlebt haben, traumatisiert sind, selbst Ängste haben. Trotzdem scheint bei vielen Furcht vor den Flüchtlingen zu existieren.

Diese scheint aber gerade im Fall einer Asyl-Aufarbeitungsstelle unbegründet. Denn laut Polizeikommandant wären die Flüchtlinge in diesem weit außerhalb des Ortes gelegenen Gebäudes ohnehin nur 48 Stunden geblieben und hätten dieses in der Zeit nicht verlassen dürfen.