Erstellt am 12. August 2015, 11:32

von Michaela Grabner

Ortschaften ohne (Dorf-)Leben. Michaela Grabner über mögliche Folgen der Anzeigenflut gegen Vereine.

Fairer Wettbewerb ist ein hehres Ziel. Doch wie ein Sprichwort sagt, heiligt der Zweck nicht unbedingt die Mittel.

Dass die Gastronomie keinen anderen (Aus)Weg sieht, als sich durch eine Anzeigenflut gegen die (durchaus zahlreichen) Vereinsfeste für ihre Sorgen Gehör zu verschaffen, ist eigentlich traurig.



Traurig ist aber auch, dass offiziell nichts darüber zu hören ist, was es vor allem für kleinere Dörfer bedeuten würde, wenn die Vereine ihre Arbeit aus Angst vor Anzeigen einstellen. Wie viele der noch übrig gebliebenen kleinen Nahversorger, Fleischereien und Bäckereien könnten auf das Geschäft, das sie durch die Belieferung der Vereinsfeste haben, verzichten, ohne, dass sie sich Existenzsorgen machen müssen?

Wer pflegt Brauchtümer wie Osterfeuer oder Kirtagbaumaufstellen, wenn es keine Burschenschaften oder Jugenden mehr gibt? Und womit will man junge Familien dann noch motivieren in kleine Ortschaften ohne Schule, Kindergarten, Geschäft und Gasthaus zu ziehen, wenn es nicht einmal mehr ein von Vereinen belebtes aktives Dorfleben gibt?