Erstellt am 29. Juli 2015, 08:22

von Michaela Grabner

Rechnung ohne den Wirt gemacht. Michaela Grabner über einen Konflikt, der dringend gelöst gehört.

Nach den Häschen hat das Bündnis Gastronomie Österreich nun auch die Hosnhaara im Visier. Unbenommen der berechtigten Forderung nach fairem Wettbewerb muss man sich fragen, ob man hier nicht die Rechnung ohne Wirte macht.

Denn sowohl beim Häschen-Treff als auch beim Hosnhaara-Fest sind örtliche Wirte eingebunden. Ob diese das Geschäft, das sie so erhalten, auch ohne Feste hätten, ist anzuzweifeln. Denn ob die hunderten Jugendlichen, die sich als Partygäste verköstigen lassen, am Samstagabend nach Draßmarkt oder Weppersdorf ins Gasthaus essen fahren, ist unwahrscheinlich. Nicht zu vergessen, dass auch wenn Jugendvereine und Co. per Gesetz nicht als gemeinnützig gelten, doch viel fürs Gemeinwesen tun, wenn sie für Kindergärten, Schulen oder Feuerwehren spenden. Geld, das in den Gemeinden sonst fehlt ebenso wie Brauchtumspflege und Dorfbelebung.

Muss die Frage wirklich Wirtesterben oder sterbendes Dorfleben sein? Man sollte eher nach der Devise „Leben und leben lassen“ versuchen, gemeinsam (gesetzliche) Rahmenbedingungen zu schaffen, die durch Kooperation von Wirten und Vereinen für alle ein Gewinn sind.