Erstellt am 03. August 2016, 09:18

von Jochen Schütz

Vernunft siegte über das Herz. Jochen Schütz über den Verzicht des TTC Oberpullendorf auf die Bundesliga.

Nach nur einer Saison in der 2. Tischtennis-Bundesliga ist das Märchen wieder zu Ende. Sportlich hätten die Oberpullendorfer den Ligaerhalt geschafft, nun entschied sich der Vorstand dazu, freiwillig Abschied zu nehmen und kommende Saison wieder in der Landesliga aufzuschlagen.

Ein Thema war jedenfalls der hohe finanzielle Aufwand, der in der Bundesliga entsteht. Beispiel: Ein Heimspiel-Wochenende verursacht alleine schon 500 Euro an Schiedsrichterkosten, die mit freiem Eintritt bei den Matches und der geringen Zuschauerzahl nicht abzudecken waren. Bei den Auswärtsmatches fielen die hohen Reise- und Nächtigungskosten an. Zudem hatte der TTC Oberpullendorf mit Richard Korbel einen Legionär in seinen Reihen, der für seine Tätigkeit entschädigt werden musste.

Der budgetäre Rahmen, den Obmann Raimund Mihalkovits aufstellen musste, war somit um einiges größer als in den Jahren zuvor, wo man im Landesverband spielte. Deshalb ist es verständlich, dass Mihalkovits und seine Vorstandskollegen kein wirtschaftliches Risiko eingehen möchten, nur um sich den Traum von der Bundesliga zu erfüllen.

Lieber als gesunder Verein eine Etage tiefer an den Start gehen, als die Nachhaltigkeit des Klubs zu gefährden. Die Vernunft besiegte in diesem Fall eben das Sportlerherz – und das ist gut so.