Erstellt am 13. April 2016, 08:33

von Michaela Grabner

Überraschend aber nicht unversehens. Michaela Grabner über den Rücktritt von SPÖ-Bezirkschef Peter Rezar.

Fast sein halbes Leben hat Peter Rezar der politischen Arbeit für das Mittelburgenland gewidmet. Der 60-Jährige war 26 Jahre Bezirksparteivorsitzender der SPÖ und hat auch in seinen 16 Jahren als Landesrat die Entwicklung des Bezirks mitverantwortet und mitgeprägt.

Zumal Rezar ein Funktionär ist, der seine Meinung mit Nachdruck vertritt und dafür auch mit Kritik in den „eigenen (oberen) Reihen“ bis hin zum Bundeskanzler nicht spart. Dass er die Funktion als Bezirksparteichef zurückgelegt hat, kam zwar überraschend aber nicht unversehens.

Zum einen hätte er ohnehin nicht vorgehabt, sich beim nächsten ordentlichen Bezirksparteitag 2017 wieder der Wahl zum Vorsitzenden zu stellen, zum anderen war die Situation – vor allem zwischen Bezirks- und Landes-SPÖ – seit Rezar in der Regierung von Norbert Darabos abgelöst wurde, spürbar angespannt.

Darabos, der die Bezirks-SPÖ interimistisch leitet – wird Rezar wohl auch langfristig als Bezirksparteivorsitzender nachfolgen. Und da warten viele Aufgaben: Es gilt bei der Gemeinderatswahl im kommenden Jahr 16 Bürgermeistersessel zu verteidigen und eventuell neue zu gewinnen sowie den Status als Bezirk mit den meisten SPÖ-Mitgliedern im Land zu halten.