Erstellt am 11. November 2015, 09:33

von Michaela Grabner

Nicht alles Gute kommt von oben. Michaela Grabner über eine tolle lokale Flüchtlingsinitiative.

Kein Tag vergeht, wo nicht in der Flüchtlingsdebatte Themen wie Vermittlung einer Leitkultur, Integration oder Identifikation mit gesellschaftlichen Werten zur Sprache kommen.

Im Haus St. Stephan in Oberpullendorf hat man gehandelt. Man hat einen zehnteiligen kostenlosen Orientierungskurs für Asylwerber, Asylberechtigte und Neuzugezogene organisiert, bei dem erklärt wird, wie in Österreich Politik, Wirtschaft, Bildung, Religion, Familie, Umweltschutz, etc. funktionieren und welche Rechte und Pflichten österreichische Einwohner haben. Dreißig Menschen, die in Quartieren im Bezirk untergebracht sind, haben das Angebot bereits angenommen.

Das Haus St. Stephan ist ein Paradebeispiel dafür, wie Integration auf einfache Weise aktiv betrieben werden kann. Sinnvoll kann Integration nämlich nur dort stattfinden, wo sich Menschen finden, die diesen Gedanken mittragen und jene, die integriert werden sollen, entsprechend begleiten.

Derzeit leben rund 2.000 Asylwerber im Burgenland. Integration ist also sicher eine Notwendigkeit, aber sie wird sich nicht von oben verordnen lassen.