Erstellt am 10. August 2011, 08:12

Rackern bis zum Schlusspfiff. MICHAELA TANZLER über politisches Taktieren vor Wahlen.

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Nach der Wahl ist vor der Wahl , sagt ein Bonmot. Dies zeigt sich derzeit in der Großgemeinde Mannersdorf, wo die für den Herbst 2012 geplante Gemeinderatswahl schon jetzt ihre Schatten vorauswirft. Hartnäckig machte ein Gerücht die Runde, wonach Bürgermeister Rudolf Draskovits mit Jahresende zurücktritt, um einem Nachfolger den Weg zu ebnen. Deshalb ging Draskovits jetzt in die Offensive und gab seine Entscheidung bekannt – sofern es auch der Wunsch seiner Fraktion ist – nochmals zu kandidieren. Dass solche Gerüchte entstehen, daran ist vor allem das System schuld. Denn tritt ein Bürgermeister binnen eines Jahres vor der Wahl zurück, dann ist der neue Ortschef nicht direkt von den Bürgern, sondern im Gemeinderat zu wählen. Dies ermöglicht einem potenziellen Nachfolger, sich einzuarbeiten und zu profilieren, bevor er sich einer Wahl stellen muss.

Taktieren ist also nicht nur im Fußball gefragt – vor allem, wenn es um die Aufstellung des besten Teams geht. Das Beste für die Bürger wäre, wenn trotz Vorbereitungen auf die Wahl die Arbeit für die Gemeinde bis zuletzt im Vordergrund bleibt. Denn auch in der Politik sollte bis zum Schlusspfiff der Zug aufs Tor nicht verloren gehen.

KOMMENTAR

m.tanzler@bvz.at