Erstellt am 31. Dezember 2014, 05:03

von Michael Heger

Gleich und gleich gibt es nicht. Michael Heger über die unterschiedliche Beurteilung bei Trainer-Vergehen.

Mit etwas Verwunderung wurde von vielen Seiten die Strafe für Ritzing-Trainer Stefan Rapp nach seiner Verbannung von der Trainerbank im Spiel gegen Sollenau wahrgenommen. 650 Euro – die Strafe für den Erfolgstrainer wurde sehr hoch angesetzt. Zum Vergleich: Rapid-Coach Zoran Barisic kostete sein Verweis im Spiel gegen Salzburg „nur“ 300 Euro. Das ist allerdings nur auf den ersten Blick verwunderlich.

Denn kommt es nach dem Bericht des Schiedsrichters zu einer Verurteilung – was ja logischerweise immer der Fall ist – werden Wiederholungstäter noch härter bestraft. Und nicht nur dass: Strafen für Offizielle werden nicht an der Person festgemacht, sondern beim Verein weiterverrechnet. Sollte also Ritzing demnächst den Trainer wechseln, würde das Rapp-Vergehen weiter als Vorstrafe gelten. Und weil Rapp schon im Spiel gegen Donaufeld seine Coaching-Zone räumen musste und es ihm Manager Robert Hochstaffl gleichtat, fiel die Strafe nach dem Sollenau-Spiel empfindlich aus.

Also alles leicht erklärt, wenn man sich einmal durch die Paragrafen gekämpft hat. Für die Ritzinger Offiziellen heißt es demnach, im Frühjahr in der Coaching-Zone etwas ruhiger zu agieren, will man nicht weiter kräftig zur Kasse gebeten werden.