Erstellt am 07. Oktober 2015, 09:27

von Dietmar Heger

Wenn die Wirkung verfehlt wird. Didi Heger über die praktischen Probleme mit der Eigenbauspieler-Regelung.

Der SC Nikitsch lief am vergangenen Wochenende mit zehn Legionären in der Anfangsformation auf. In Kroatisch Geresdorf waren es sieben, sechs spielten beim SC Frankenau von Beginn an, fünf bei Unterpullendorf, um nur einige Beispiele zu nennen.

Daran kann auch die sogenannte Eigenbauspieler-Regelung (fünf Eigenbauspieler und sechs Verbandsspieler müssen aktuell auf dem Spielbericht aufscheinen) nichts ändern.

Den Funktionären wäre es mit Sicherheit lieber, zumindest die Hälfte ihres Kaders aus einem Angebot einheimischer Akteure stellen zu können. Das ist aber nicht realistisch. Viele potenzielle Spieler gehen ihrer Arbeit in Wien nach oder studieren dort. Sie wollen den Trainingsaufwand für die 1. Klasse nicht in Kauf nehmen. Somit sind die Verantwortlichen dazu gezwungen, (ungarische) Fußball-Gastarbeiter zu engagieren und diese langfristig an ihren Verein zu binden.

Denn nach zwei Jahren haben diese das nötige Etikett Eigenbauspieler erworben, nach fünf sind sie Verbandsspieler. So verfehlt die Regelung jedenfalls klar ihre Wirkung. Klubs, die trotz guter Vorsätze über wenige Nachwuchsspieler oder Einheimische verfügen, geraten so in eine Abhängigkeit von einzelnen Akteuren, was oft auch wirtschaftliche Nachteile nach sich zieht. Ein Schritt zurück und das Ende dieser Regel wäre gerade für solche Vereine eine echte Erlösung.