Erstellt am 16. Mai 2012, 00:00

Wille versetzt (Müll-)Berge. MICHAELA GRABNER über außergewöhnliches Engagement für die Umwelt.

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Jeder kann etwas tun, wenn er es wirklich möchte. Dass dies nicht nur dahergesagt ist, beweist eine Umweltaktivistin aus Unterpullendorf (Artikel Seite 18). Sie hat sich vorgenommen, das Müllaufkommen ihres Haushalts in Richtung Null herunterzuschrauben. Drei Jahre später hat sie es durch viele Maßnahmen geschafft, die Müllmenge ihrer fünfköpfigen Familie um 80 bis 90 Prozent zu reduzieren. Wenn so etwas flächendeckend gelingen würde, wäre es ideal.

Aber Idealvorstellungen sind oft illusorisch und wohl auch in dem Fall. Denn, wie die Umweltaktivistin selbst sagt, ist „beinhartes Verhaltenstraining“ basierend auf Vermeiden, Umverteilen und Recyclen nötig, um das eigene Abfallaufkommen zu drosseln. Und es wird sich sicher nicht jeder die Zeit nehmen, mit dem Rad auf den Markt zum Einkaufen zu fahren. Genauso wenig wird sich jeder die Arbeit antun, sein eigenes Gemüse anzubauen oder selbst Käse zu machen. Aber wenn viele Menschen sich bemühen, ihr Müllaufkommen zu reduzieren, kommt unter dem Strich auch eine ordentliche Abfallmenge zusammen oder vielmehr eben nicht zusammen. Man sagt nicht umsonst, dass der Wille Berge versetzen kann – auch Müllberge.

m.grabner@bvz.at