Erstellt am 29. August 2012, 08:52

Wir sind die Barca-Antithese. CHRISTIAN PÖLTL über den Erfolg unterschiedlicher Fußballstrategien.

Vienna-Trainer Alfred Tatar ist ja für seine Extravaganz bekannt – mit dieser Aussage brachte er den ORF-Kommentator nach dem ermauerten Heimerfolg seiner Vienna über Altach aber doch in Wortkargheit. Tatar brachte damit überspitzt auf den Punkt, worum es im Fußball auf allen Ebenen nun mal geht: das Ergebnis – im besten Falle den Sieg. Wie dieser zustande kommt, sei sekundär. Dass die Vienna einen fußballerischen Antipart zu Barcelona – als Vorreiter im taktisch ausgefeilten, erfolgsorientierten Mauerfußball – darstelle, dürfe ohnehin bezweifelt werden.

Und dennoch hat Tatars These Bestand. Barcelona agierte, Real mauerte, ein Patzer von Keeper Valdez und schon zerstörte ein Fehler das Ergebnis einer neunzigminütigen Dominanz. Wie oft im Fußball, gelte das Gesetz auf vielen Ebenen. So können etwa auch die Bezirksvorortler aus Oberpullendorf in die Tatar´sche Lehre gehen. Spielerisch stets dominiert, Chancen kreiert und schließlich den Saisonstart doch verpatzt. Eines hat Tatar in seiner These jedoch vergessen: über die Saison gesehen, stehe das Glück meist dem Tüchtigen, aktiv spielenden zu. Deshalb ist Vienna auch kein Barcelona und das Oberpullendorfer Spielglück lediglich in der Warteschleife.