Erstellt am 01. August 2012, 00:00

Zahlen können „schwindeln“. MICHAELA GRABNER über Statistiken und „Zahlenspiele“.

 |  NOEN
x  |  NOEN

Zahlen sind nicht immer so eindeutig, wie sie auf dem ersten Blick zu sein scheinen. Und dabei muss es sich nicht einmal um einen Berechnungsfehler handeln, wie im Fall der Gemeindefinanzstatistik in Lockenhaus (Artikel Seite 22). Da wurde aus dem vermeintlichen Minus plötzlich ein Plus, weil sich herausgestellt hatte, dass man fälschlicherweise einen Wert aus dem Jahr 2010 für die Statistik 2012 herangezogen hatte. Statistiken sind allgemein mit Vorsicht zu genießen. Wenn sich bei einer Umfrage beispielsweise 60 Prozent für ein Projekt aussprächen, sich daran aber nur 20 von 2000 Gemeindebürgern beteiligten, dann wäre das alles andere als die Mehrheit der Bevölkerung.

Wenn es heißt, dass man seitens der Landwirtschaft im Bezirk bei der Getreideernte mit einem Mengenverlust von 20 Prozent rechnet, klingt dies schon dramatisch. Führt man sich aber vor Augen, dass der eigentliche finanzielle Verlust der Bauern durch die Qualitätseinbußen bedingt ist, wird man sich des Ausmaßes der Katastrophe für die betroffenen Landwirte erst recht bewusst. Hinter einer Zahl stecken also immer mehrere Botschaften. Zahlen lügen nicht, aber „schwindeln“ können sie schon.

KOMMENTAR

ta.zvb@renbarg.m