Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Krematorium: „Bürger haben das letzte Wort“. INFOABEND / Geteilte Meinungen gab es zum geplanten Krematorium. Wenn gewünscht, wird es eine Volksbefragung geben.

Präsentierten das Krematorium-Konzept: Svend-Jörk Sobolewski und Dieter Zaun, Vertreter der Firma „CremTec“. Bürgermeister Manfred Kölly moderierte die Infoveranstaltung.ROZNYAK  |  NOEN
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DEUTSCHKREUTZ / Um die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Deutschkreutz über das geplante Krematorium näher zu informieren, gab es am vergangenen Donnerstag eine Infoveranstaltung mit den künftigen Betreibern der Firma „CremTec“ aus Deutschland, welche das Projekt detailliert vorstellten.

Bürgermeister Manfred Kölly lud zu dieser Infoveranstaltung, um den Bürgern Ängste und Bedenken über das Krematorium zu nehmen. „Ich habe mit CremTec eine Partnerfirma gefunden, welche eine riesen Erfahrung in Feuerbestattung hat. Einäscherung ist die Zukunft, aber die Bevölkerung soll mitentscheiden“, so Kölly. Das Krematorium soll entweder in die bestehende Leichenhalle integriert oder außerhalb der Ortschaft neu gebaut werden. Sollte der Standort Leichenhalle ausgewählt werden, würde die Sanierung der Leichenhalle in das Projekt integriert werden. „Dieses Projekt kostet der Gemeinde keinen Cent“, so Kölly. Bei der Informationsveranstaltung warf sich die Frage auf, ob Deutschkreutzer eine Arbeitsstelle im Krematorium bekommen würden. Dazu erklärte man, wenn der Bau des Krematoriums zustande kommt, werde eine CremTec GmbH mit Sitz in Deutschkreutz gegründet, welche mindestens drei Deutschkreutzer beschäftigt. Diese sollen natürlich auch dementsprechend ausgebildet werden.

Weiters kristallisierten sich Pro- und Contra-Meinungen der BürgerInnen heraus. Die einen sehen das Krematorium als Zukunftstrend. Die Gegner befürchten eine Verunstaltung der Landschaft, die ständige Gegenwart von Leichenwägen im Ortsbild und eine Geruchsbelästigung durch den bei der Verbrennung entstehenden Rauch. Die Betreiber erklärten dazu, dass die Anlage mit einem speziellen Filter ausgestattet ist und sowohl das Gebäude in Kombination mit der Leichenhalle als auch die Leichenwägen optisch kaum auffallen würden.

Laut Bürgermeister Kölly sollen als nächstes Personen eingeladen werden, die mit solchen Projekten schon Erfahrung haben und von der Situation in ihrer Gemeinde berichten werden. „Falls es die Bevölkerung wünscht, wird es eine Volksbefragung geben. Die Bevölkerung wird das letzte Wort haben und wir sollten die Polemik aus der Diskussion heraushalten“, meinte Bürgermeister Kölly.

„CremTec“ betreibt  schon 19 Krematorien

Die Firma „CremTec“ hat bereits 19 Anlagen in Deutschland projektiert und ist ein Planungs- und Beratungsbüro für Engineering und Marketing in der Krematoriumswirtschaft. „In Sachen Umwelt ist die Feuerbestattung sicherer und ist auch in der katholischen Kirche anerkannt“, so Svend-Jörk Sobolewski, Geschäftsführer von CremTec. „Das Burgenland ist mit seinen zirka 283.000 Einwohner ein guter Standort. Durch den Standort und die angestrebte Kooperation mit der Gemeinde Deutschkreutz besteht, die Möglichkeit, durch Um- bzw. Anbau der vorhandenen Liegenschaft unter Einbeziehung der Bestatterschaft eine kostengünstige und leistungsfähige Anlage zu betreiben“, so Sobolewski.

Das Projekt würde den Bau und den Betrieb eines Hightech-Krematoriums umfassen. „CremTec realisiert immer höchste Ansprüche bei der Einäscherungstechnik. Auf der Grundlage unserer eigenen langjährigen Erfahrung haben wir schon viele technische Innovationen entwickelt und eingesetzt. Es entspricht unserer Verantwortung für die Umwelt, dass die von uns geplanten und gebauten Anlagen die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen um ein Vielfaches unterschreiten“, erklärte Sobolewski.