Erstellt am 11. August 2015, 16:46

von APA Red

Kritik an Plänen für "Aufarbeitungsstelle" in Deutschkreutz. Wegen der geplanten Einrichtung einer "Aufarbeitungsstelle" in Deutschkreutz, in der Flüchtlinge befragt und bis zu 48 Stunden angehalten werden können, kritisiert die Plattform Bleiberecht am Dienstag Ortschef Manfred Kölly (Liste Burgenland).

Tolles Ergebnis auf der Landesliste: Kölly erhielt dort aus dem Wahlkreis Oberpullendorf 1.702 Stimmen.  |  NOEN, Grabner
Denn im Grenzgebäude sei eigentlich ein Asylquartier geplant gewesen. Den Vorwurf, er habe "Parallelgespräche" geführt, wies Kölly zurück.

Im Gebäude beim Grenzübergang, das nun der Polizei zur Verfügung gestellt werden soll, hätte eigentlich ein Asylquartier mit rund 50 Plätzen entstehen sollen, so Gerlinde Grohotolsky, Obfrau der Plattform Bleiberecht Burgenland. Eine Besichtigung mit dem Leiter des Referats Grundversorgung der Landesregierung habe bereits stattgefunden, so Grohotolsky. Für das Land habe das Projekt Priorität, da im Burgenland noch viele Plätze fehlten, um die Quote zu erfüllen.

Sie bedaure sehr, "dass nun das Erstaufarbeitungszentrum gegen das Asylquartier ausgespielt wird", meinte die Obfrau. Die "Verlierer" seien die Flüchtlinge, aber auch die Gemeinde Deutschkreutz, der pro Jahr eine Wertschöpfung von 60.000 Euro entginge.

"Da ist alles noch intakt"

Im Gebäude seien früher 38 Grenzpolizisten stationiert gewesen. "Da ist alles noch intakt", so Kölly. Die Aufarbeitungsstelle solle vorerst für ein halbes Jahr befristet betrieben werden. Dann wolle man schauen, "wie das funktioniert". Am Mittwoch finde eine Veranstaltung statt, bei der der Landespolizeidirektor über das Vorhaben informiere.

Am Freitag solle dann der Deutschkreutzer Gemeinderat entscheiden. Ein Asylquartier lehne er "nicht kategorisch ab", so der Bürgermeister. In der 3.500 Einwohner-Gemeinde seien bereits 26 Asylwerber untergebracht.

Für das Grenzgebäude, das der Gemeinde gehöre, habe es auch schon andere Interessenten gegeben. "Gespräche gibt es immer", wies Kölly den Vorwurf der Plattform, er habe seit vielen Monaten "Parallelgespräche" geführt, zurück. Zum Einwand der entgangenen Wertschöpfung meinte der Ortschef: "Die kriege ich so auch" und verwies auf Mieteinnahmen für das 800 Quadratmeter große Bauwerk. Im Gemeinderat, wo die Liste Burgenland keine Mehrheit hat, rechne er mit einer Zustimmung für das Vorhaben einer Aufarbeitungsstelle, meinte Kölly.