Kroatisch Minihof

Erstellt am 06. Juli 2016, 05:57

von BVZ Redaktion

Vom Anwalt zum Priester. Beruf gegen Berufung getauscht: Der aus Kroatisch Minihof stammende Stefan Jahns entschloss sich Priester zu werden. Am Sonntag wurde Primiz gefeiert.

In Kroatisch Minihof: Pfarrer Stefan Jahns mit Bürgermeister Johann Balogh. Foto: zVg  |  zVg

Stefan Jahns war ein beruflich höchst erfolgreicher Jurist und Unternehmer, Leiter einer eigenen Anwaltskanzlei und entschloss sich, den bisherigen Beruf gegen seine Berufung zu tauschen und trat in das Burgenländische Priesterseminar ein. Nun wurde der gebürtige Kroatisch Minihofer Stefan Jahns am Mittwoch der Vorwoche im Eisenstädter Martinsdom von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics zum Priester geweiht.

Vor sieben Jahren: Berufung zum Priester

Segen. Prälat Franz Schrittwieser, Herausgeber der BVZ, wirkte bei der Primiz mit. Anschließend erhielt er von Stefan Jahns einen Primizsegen.  |  zvg

Vor sieben Jahren kam der heute 42-Jährige zum damaligen Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Ägidius Zsifkovics, um ihm seinen Entschluss mitzuteilen, Priester werden zu wollen: „Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag. Das Gespräch hat mich innerlich berührt und bleibt mir unvergesslich. Schließlich wird ein sicheres Leben als Anwalt und Chef einer Anwaltskanzlei zurückgelassen und ein neues, riskantes, geistliches Leben gewählt“, so der Bischof.

In seiner Berufung zum Priester könne er nun für andere zum Anwalt werden: „Du sollst Dich vor dem Neuen nicht fürchten. Du bist Advokat für alle. Als Priester wirst Du nicht nur auf eine Pfarre geweiht, sondern zum Dienst in der Kirche, der Du Dich ganz zur Verfügung stellst“, so Bischof Zsifkovics in seiner ermutigenden Predigt.

Zugleich sei er, der ehemalige Anwalt Stefan Jahns, nicht alleine auf dem Weg seiner Berufung, sondern könne auf eine Fülle von „Advokaten“ im eigentlichen Sinne des Wortes bauen, nämlich auf „Personen, die man herbeiruft und um Hilfe bittet, wenn man sie braucht“. So ermutigte Bischof Zsifkovics den neu geweihten Priester Stefan Jahns auch, mutig die Verwurzelung in der eigenen kroatischen Volksgruppe weiterzuleben und zugleich „offen zu sein für andere Volksgruppen und Minderheiten in unserem Land“.

„Anwalt des Herrn“, Advokat für die Menschen

Bei der Kommunion. Pfarrer Stefan Jahns überreichte Daniela Fellinger eine Hostie.   Fotos: Roznyak  |  zvg

Stefan Jahns kommt aus einem bürgerlichen Elternhaus. Der aus Kroatisch Minihof stammende Jahns wuchs in Wien auf. Sein Vater leitete die Landesdirektion einer großen Versicherung, die Mutter arbeitete als Gerichtsdolmetscherin. Religion und Glaube spielten in der Jugend des Stefan Jahns eine zunächst untergeordnete Rolle, auch wenn er mit der Familie an Wallfahrten teilnahm.

Der Ruf zum Priestertum ereilte den Absolventen von Privatschulen, der bereits mit vierzehn Jahren die feste Absicht hatte, Anwalt zu werden, erst später. „Ich spüre die große Freude und Erwartungshaltung der Menschen und frage mich, wie man sie zur Begegnung mit Christus führen kann“, sagte er noch kurz vor der Priesterweihe. Nun ist er selbst ein „Anwalt des Herrn“ und Advokat für die Menschen.

Erste heilige Messe in Heimatgemeinde

Im Beisein von Familie, Freunden und vielen Gläubigen feierte Pfarrer Stefan Jahns am vergangenen Sonntag eine Primiz, seine erste heilige Messe, in seiner Heimatgemeinde Kroatisch Minihof. Nach der heiligen Messe erhielten die Gläubigen einen Primizsegen von Pfarrer Stefan Jahns und wurden anschließend zur Agape eingeladen.