Erstellt am 15. November 2014, 19:51

von APA Red

Gedenkveranstaltung für Roma und Sinti. In Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) ist am Samstag der während der NS-Herrschaft verschleppten und ermordeten Roma und Sinti gedacht worden.

Rudolf Sarközi  |  NOEN, Kulturverein Österreichischer Roma

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) zeichnete im Rahmen der jährlich stattfindenden Gedenkfeier Rudolf Sarközi, den Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma und Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, mit dem burgenländischen Komturkreuz aus.

In Lackenbach war im November 1940 vom NS-Regime ein Anhaltelager errichtet worden. Angehörige der Volksgruppe wurden von dort in das Ghetto Lodz/Litzmannsstadt deportiert und ermordet. "Wir gedenken hier der Opfer. Wir dürfen nicht vergessen. Wir haben die Verantwortung, die Erinnerung an all dieses Leid wach zu halten. Und wir müssen dafür sorgen, dass es nie wieder dazu kommt", erklärte Niessl. An der Gedenkfeier nahm auch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) teil.

"Gleichstellung ohne Einsatz von Sarközi nicht möglich"

In der NS-Zeit seien 90 Prozent der in Österreich lebenden Roma und Sinti ermordet worden. Auch in Lackenbach seien sehr viele Roma und Sinti gequält und zu Tode gebracht worden, so der Landeshauptmann. Rudolf Sarközi, der im Anhaltelager zur Welt kam und vor wenigen Tagen seinen 70. Geburtstag feierte, zähle zu den wenigen Überlebenden.

"Dass Roma und Sinti heute die rechtliche Gleichstellung wie die anderen Volksgruppen haben, wäre ohne den Einsatz von Rudolf Sarközi nicht möglich gewesen", sagte Niessl. Sarközi habe wesentlich dazu beigetragen, dass das Burgenland heute "eine Modellregion der Menschlichkeit, des friedlichen und partnerschaftlichen Miteinanders der Volksgruppen" sei.

"Roma und Sinti sind heute ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft, das ist auch ein Verdienst der Interessensorganisationen, die sich in den letzten Jahrzehnten bemüht haben, Vorurteile und Klischeebilder abzubauen. Das war und das ist nicht leicht, und dafür müssen wir alle noch viel mehr tun", erklärte Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) in einer Aussendung.