Erstellt am 25. Mai 2011, 00:00

Land investiert zwanzig Millionen Euro in Therme. VORERST KEINE PRIVATISIERUNG / Der Verkauf der Therme kam nicht zustande. Die Pläne sind aber nicht gänzlich vom Tisch.

Ausbaupläne für die Sonnentherme: 20 Millionen werden in das Thermenresort gesteckt. Über das genaue Investitionsprogramm wird am 14. Juni im WIBAG-Aufsichtsrat abgestimmt. SONNENTHERME  |  NOEN
x  |  NOEN

LUTZMANNSBURG / Die Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau wird nicht an das Käuferkonsortium Harte Holding und Immorent AG verkauft. Stattdessen hat der Aufsichtsrat der Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG) vergangene Woche den Grundsatzbeschluss gefasst, 20 Millionen Euro in die Erweiterung und Attraktivierung der Therme zu investieren.

Dass der Verkauf nun nach mehrmaliger Fristverlängerung endgültig vom Tisch ist, wird seitens der WiBAG damit begründet, dass „die Harte Holding letztlich nicht jene Sicherheiten beibringen konnte, die für die Ausfinanzierung notwendig gewesen wären“. Die Privatisierungspläne für die Therme seien aber nach wie vor aufrecht und sollen zu einem optimalen Zeitpunkt weitergeführt werden. Inzwischen sollen durch die Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusdestination Lutzmannsburg-Frankenau und mit ihr jene der Partnerbetriebe der Therme weiter gestärkt sowie die direkten und indirekten Arbeitsplätze in der Tourismusregion Mittelburgenland langfristig abgesichert werden. Der WiBAG-Aufsichtsrat wird in seiner Sitzung am 14. Juni über die Details zum Investitionsprogramm entscheiden.

Laut Thermendirektor Wolfgang Stündl ist geplant, die Rutschenkapazität zu verdoppeln und neue Wasserflächen für den Sommer zu schaffen. „Man will ja einen Vorsprung haben und daher wollen wir die Familienattraktivität ausbauen, damit wir einzigartig dastehen“, erklärt Stündl. „Ich bin prinzipiell sehr froh, dass der Verkaufsprozess abgeschlossen ist, denn er hat schon lange gedauert, und dass wir in die Investition gehen können.“

Positive Reaktionen zum  Privatisierungsstopp

Dass die Privatisierung der Therme gestoppt wurde, wird in der Region durchwegs ebenso positiv gesehen wie die geplanten Investitionen. „Ich bin etwas erleichtert, dass dieser viel zu lange dauernde Verkauf ein Ende gefunden hat“, meint etwa SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Landesrat Peter Rezar. „Ich bin auch deswegen erleichtert, weil gleichzeitig bekannt gegeben wurde, dass die Reinvestitionen doch durchgeführt werden. Auch für ÖVP-Landtagsabgeordneten Werner Gradwohl, der von einer „vernünftigen und verantwortungsvollen Entscheidung des Landes“ spricht, müssen jetzt umgehend die notwendigen Investitionen in diesen wichtigen Leitbetrieb des Mittelburgenlandes gemacht werden.

Die Grünen nehmen die Einstellung der Verkaufsbemühungen mit Erleichterung zur Kenntnis. „Das Land wird nun selber die nötigen Investitionen tätigen, und das ist gut so!“, freut sich Bezirkssprecher Joako Vlasich. Und FPÖ-Bezirksparteiobmann Roland Kozonits bezeichnet es als sicherlich „vernünftige Lösung, dass die Therme vorerst nicht verkauft worden ist, man sich jetzt Zeit nimmt, um alles gründlich zu durchdenken und es hier keinen Schnellschuss gegeben hat.“

„Mir ist es lieber, wenn das Land die Therme weiterführt, bevor eine Firma diese in ein paar Jahren zusperrt“, meint auch LBL-Landtagsabgeordneter Manfred Kölly, der die Vorgehensweise der WiBAG als „dilettantisch“ kritisiert. „Wir brauchen die Gewissheit, dass die Therme im Sinne der Menschen im Mittelburgenland weitergeführt wird.“