Erstellt am 26. November 2014, 06:27

Befragung über Trinkwasser. Eigenständigkeit oder ein Anschluss an den Wasserverband? Laut Ortschef Schütz soll es Volksbefragung geben.

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Die Sanierung des Wasserleitungsnetzes in Lindgraben war Hauptthema einer Gemeindeversammlung. Zwei mögliche Varianten stehen im Raum: die weitere Eigenständigkeit der Wasserversorgung und damit eine Sanierung durch die Gemeinde oder ein Anschluss an den Wasserverband Mittleres Burgenland.

Bürger-Stimmen: Punktuell und systematisch erneuern

Die Gemeinde hatte im Vorfeld die Firma Rusaplan mit einem Sanierungskonzept beauftragt. Die Kostenschätzung für die Erneuerung des ganzen Netzes beläuft sich auf 1,105.425 Euro.

SPÖ-Bürgermeister Klaus Schütz rechnete vor, dass bei den derzeitigen, in Überarbeitung befindlichen Förderbedingungen, bei einer Gesamtsanierung rund 830.000 Euro Kosten auf die Gemeinde zukämen, bei einem Verbandsanschluss 305.000 Euro.

Aus den Reihen der Bürger gab man zu bedenken, dass man nicht alles auf einmal sanieren müsse, sondern punktuell und systematisch erneuern könne.

Ortvorsteher wollte Bereitschaft für Mehrkosten ausloten

„Irgendwann werden wir in die Leitung investieren müssen. So hat die Kosten die Gemeinde, sonst hätte sie der Verband“, führte Schütz aus, der aber immer wieder betonte, dass man alles diskutieren müsse.

Und Ortsvorsteher Arnold Gradwohl erklärte: „Wir wollen heute alle Bürger informieren und die Kosten einer Gesamtsanierung denen eines Anschlusses gegenüberstellen.“

So wolle man hören, ob die Bürger bereit wären, mehr für ihr Wasser zu zahlen, da man die Kosten für eine etwaige Sanierung umlegen müsse, um Förderungen und eine Genehmigung der Aufsichtbehörde zu bekommen.

„Bevölkerung klar für Erhaltung der Ortsleitung“

„Wenn ich in die Bevölkerung reinhöre, spricht sich diese klar für eine Erhaltung der Ortsleitung aus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gemeinde nicht zustimmt, wenn eine Volksbefragung dahinter steht“, schaltete sich ÖVP-Gemeinderat Werner Gradwohl in die Diskussion ein.

Dies bestätigte auch Ortschef Schütz, der schlussendlich den Vorschlag machte, eine Volksbefragung durchzuführen. „Was die Befragung mehrheitlich ergibt, muss man umsetzen“, so Schütz.


Bürger-Stimmen:

„Für uns Lindgrabener hat unser Wasser einen hohen Stellenwert. Es sind wenig Investitionen in den vergangenen Jahren in Lindgraben geflossen.“

„Solange man eigenes Wasser hat, dass die Qualität hat, soll man dieses nicht aufgeben. Unser Trinkwasser fließt ohne Pumpen. Die einzigen Kosten, die wir haben ist, dass man nach 50 Jahren endlich etwas macht. Davor sollte man keine Angst haben. Das ist ein Projekt, das sicher wieder 30, 40 oder 50 Jahre hält. Das sollte den Politikern Lindgraben schon Wert sein.

„Wir Lindgrabener wissen, dass der Preis für das Wasser steigen wird. Für mich ist es eine politische Frage, ob es der Gemeinde das Wert ist.“

„So wie der Verband systematisch alles erneuern muss, kann es die Gemeinde theoretisch auch machen.“