Erstellt am 28. Januar 2015, 06:34

Wasserversorgung soll eigenständig bleiben. Nachdem eine Volksbefragung zur Wasserleitung vom Gemeinderat abgelehnt wurde, schlossen sich einige Lindgrabener zusammen, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen.

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Die Wasserversorgung in Lindgraben bleibt ein viel diskutiertes Thema. Die Frage, ob es zu einem Anschluss an den Wasserleitungsverband oder einer Sanierung kommen wird, lässt die Wogen hochgehen. Nun hat sich eine Initiative „Wasserleitung Lindgraben“ gegründet.

Gradwohl: „Man will über Lindgraben drüberfahren“

„Wir haben diese Protestbewegung gegründet, die von einem Großteil der Bevölkerung getragen wird“, so Franz Gradwohl von der Initiative. „Wir wollen die eigene Wasserversorgung aufrecht erhalten, das ist das Ziel“, führt er weiter aus. Man wolle über Lindgraben „drüberfahren“. Der Kobersdorfer Gemeinderat hatte in seiner Sitzung eine Befragung mehrheitlich abgelehnt (

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In einer Aussendung führt die Initiative aus, dass die Kosten für eine Sanierung etwa 1,1 Millionen ausmachen würden, jedoch nach Abzug der Förderungen rund 830.000 Euro für die Gemeinde bleiben würden. Ein Anschluss an den Wasserverband würde 300.000 Euro kosten, jedoch würde dann eine Sanierung nur bei eventuell anfallenden Schäden erfolgen, so die Initiative.

Schütz möchte Gutachten über Wasserqualität einholen

Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ) meint auf Anfrage der BVZ: „Grundsätzlich kann jeder seine Meinung haben und eine Initiative gründen, man muss aber auch über die Wirtschaftlichkeit nachdenken. Wir haben auch schon ein Gespräch mit den Vertretern gehabt. Für Fördermittel gibt es derzeit keine Zusagen, daher kann man auch keine Aussagen über die Höhe treffen.“

Die Initiative meint in ihrer Aussendung außerdem, dass man in Lindgraben bis dato hervorragende Wasserqualität habe und diese auch besser als die vom Wasserverband sei. Schütz möchte nun Gutachten über die Wasserqualität in Lindgraben und beim Wasserverband einholen. „Dann kann man vernünftig und emotionslos weiterdiskutieren“, so der Ortschef.

Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP) erklärt: „Beim Bau der Wasserleitung wäre vorgesehen gewesen, Rücklagen für die Sanierung derselben zu schaffen. Dies ist aber leider nicht passiert. Das Geld für die Sanierungs-Variante ist derzeit nicht vorhanden.“ Es solle aber nicht so sein, dass sich Lindgraben im Stich gelassen fühlt, sie sei für alle Gespräche offen.

Ortschef: Haben Befragung nicht versprochen

Auch Gemeindevorstand Günther Pauer (Zukunft Dorf) verweist auf die hohen Kosten. „Für ein Achtel der Haushalte müsste die Großgemeinde diese Geldmittel aufwenden“, so Pauer. Außerdem könne man gar nicht sagen, ob es eventuell nicht sogar noch mehr kosten würde, die Wasserleitung zu sanieren. „Man sieht nicht, was unter der Erde ist. Wenn man das aufgräbt, könnten noch mehr Schäden zutage treten“, so der Zukunft Dorf-Mandatar.

Die Initiative betreffend der Wasserleitung Lindgraben fordert nun eine weitere Bürgerversammlung, bei der alle Fakten auf den Tisch gelegt werden, sowie eine Volksbefragung in Lindgraben. Bei der Bürgerversammlung im November des vergangenen Jahres wurde eine Volksbefragung versprochen, so die Initiative.

Bürgermeister Schütz meint, dass man die Befragung nicht versprochen hatte, sondern die Möglichkeit einer solchen in den Raum gestellt habe.

„Eine solche Befragung muss vom Gemeinderat beschlossen werden, und dieser hat die Befragung abgelehnt“, so Schütz. Er will nun die Gutachten betreffend der Wasserqualität einholen, diese Informationen detailliert vorbereiten und allen Betroffenen zur Verfügung stellen. Eine weitere Bürgerversammlung kann sich Schütz durchaus vorstellen.