Erstellt am 04. Juni 2015, 10:23

von NÖN Redaktion

Zweite Wasser-Umfrage. Die Initiative startete eine eigene Umfrage, da der Termin für die Umfrage am heutigen Mittwoch (18 bis 20 Uhr) schlecht festgesetzt wurde.

 |  NOEN, zVg

Am Mittwoch waren die Lindgrabener aufgerufen, bei einer Umfrage des Ortsausschusses ihre Meinung zum Thema Wasserversorgung kundzutun. Die Initiative Wasserleitung Lindgraben setzt sich für eine Beibehaltung der Eigenständigkeit der Wasserversorgung ein und hat eine eigene Umfrage gestartet.

Initiative: Zeitpunkt sei schlecht festgesetzt

Die Initiative ist der Meinung, dass der Zeitpunkt für die Ortsausschuss-Umfrage mit Mittwoch von 18 bis 20 Uhr schlecht festgesetzt ist. „Dieser weist auch schon darauf hin, dass man die Wahlbeteiligung gering halten will“, so Franz Gradwohl von der Initiative.

Daher habe man eine eigene Umfrage gestartet, bei der jeder Hausanschluss eine Stimme gehabt habe. Am Freitag wurden die Stimmzettel für die Initiativen-Umfrage ausgeteilt, am Sonntag wurden die einkuvertierten Stimmzettel abgeholt.

„Man konnte sie auch in den Briefkasten eines unserer Mitglieder werfen“, so Gradwohl. 105 Stimmzettel wurden ausgegeben, 91 kamen zurück. Drei waren ungültig, auf den 88 gültigen Stimmzetteln sprachen sich 84 Lindgrabener für eine Sanierung und Erhaltung der Wasserleitung Lindgraben aus. Dieses Ergebnis wird nun verlautbart und die Stimmzettel werden auch der Gemeinde weitergeleitet, so Gradwohl weiter.

ÖVP gegen „Hottentotten-Methoden“

„Wir haben auch aufgerufen, dass man die Umfrage am Mittwoch boykottiert“, meint Franz Gradwohl weiter. Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ) meint dazu: „Wir haben von der Initiative keine Information diesbezüglich. Die Gemeinde wird das nicht akzeptieren, da wir keine Info haben, wie das Ganze abgelaufen ist. Ich halte diese Vorgangsweise auch nicht für richtig, jeder der wahlberechtigt ist, sollte abstimmen.“

Der Stimmzettel für die Umfrage am Mittwoch ist derselbe, den auch schon die Initiative ausgeschickt hat – es gibt zwei Kästchen, man kann dabei entweder Sanierung Wasserleitung oder Anschluss ankreuzen. Am Mittwoch werde man schauen, wie viele Leute kommen.

„Falls es boykottiert wird, dann gibt es kein Interesse, dass es etwas Offizielles gibt, das auch von der Gemeinde vertreten werden kann“, so Schütz. Vize Martina Pauer (ÖVP) ist fassungslos: „Das ist bar jeden demokratischen Verständnisses. Das sind ‚Hottentotten-Methoden‘“, meint sie.

Gemeindevorstand Günther Pauer von Zukunft Dorf sagt: „Ich will den Lindgrabenern ihr Wasser nicht abdrehen. Aber wenn die Lindgrabener eine teurere Variante wollen, dann müssen sie diese auch finanzieren, etwa in Form einer Genossenschaft.“

Lindgrabens Ortsvorsteher Arnold Gradwohl möchte keinen Kommentar zur Umfrage der Initiative abgeben, da „dies so im Ortsausschuss nicht abgesprochen war.“