Erstellt am 19. Oktober 2011, 00:00

„Lisztomania als Impuls“. ZWISCHENBILANZ / Gemeinde, Land und Veranstalter sind mit den Zahlen zufrieden und sehen das Jubiläumsjahr als Impuls.

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BEZIRK / Arcadi Voldos spielt das Geburtstagsständchen und Raiding feiert ein zweitägiges Dorffest zum 200. Geburtstag von Franz Liszt am 22. Oktober, dem Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Zwar sind noch einige Veranstaltungen wie der vierte Block des Liszt-Festivals unter dem Motto „Festklänge“ ausständig (siehe Infobox), doch Gemeinde, Land und Veranstalter ziehen schon jetzt eine positive Zwischenbilanz über die Lisztomania.

Rund 200 Konzerte, Ausstellungen, Events, Projekte und Publikationen haben laut Kultur Service Burgenland bislang stattgefunden. Bis Ende August haben allein 50.966 Gäste die Ausstellungen zu Liszt besucht sowie 3.914 BesucherInnen an den Kinder-Kulturangeboten teilgenommen. Auch Liszt-Festival-Geschäftsführer Josef Wiedenhofer zieht zufrieden Zwischenbilanz. Das Liszt-Festival habe seine Besucherzahlen von rund 9.000 im Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf 14.000 Gäste im Jubiläumsjahr steigern konnte. „Reisegruppen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Niederlande, Dänemark, Lettland, Ungarn, Australien und selbstverständlich auch aus Österreich besuchten die Geburtsstätte von Franz Liszt und zeigten sich von den künstlerischen Darbietungen und auch von dem idyllischen Ambiente zwischen historischer Tradition und Moderne begeistert“, so Wiedenhofer. „Das Liszt-Festival hat somit eindeutig von der Vermarktung des Kulturjahres profitiert und unser großes Anliegen ist es nun, diese Begeisterung für die Persönlichkeit und das Werk von Franz Liszt in das nächste Jahr hinüberzutragen.“

So betrachtet das Intendanten-Duo Eduard und Johannes Kutrowatz das Lisztjahr nicht als Rückblick auf Liszts Schaffen, sondern als starken Impuls, sich auch weiter mit Liszt auseinanderzusetzen. In diesem Sinne soll die Ausstellung im Geburtshaus adaptiert und in eine permanente Ausstellung verwandelt sowie das Kinder-Kulturprogramm zu Liszt fortgesetzt werden. Der neu kreierte Lisztpfad stellt eine zusätzliche Attraktion dar. „Raiding wird aus dem Jubiläumsjahr mit verstärkter Energie herausgehen und auch weiterhin wichtige Impulse setzen“, meinen die Brüder Kutrowatz. Dies sieht auch Kulturlandesrat Helmut Bieler so: „Liszts Geburtsort Raiding hat seine Magie auf die Besucher wirken lassen und sich dabei international positioniert und somit auch sein Profil als Zentrum der Lisztpflege über das Jahr 2011 hinaus geschärft.“

Als Impulsgeber für seine Gemeinde sieht auch Raidings Bürgermeister Markus Landauer das Lisztjahr. „Wichtig ist nun durch diesen Impuls auch wirtschaftlich zu profitieren. Hier geht es um Umwegrentabilität über Gastronomie, Winzer und Zimmervermieter. Dies geht aber nur behutsam. Hier sehe ich eine nachhaltige Entwicklung“, meint Landauer. „Die Nächtigungszahlen haben sich im Lisztjahr natürlich verbessert. Hier sehen wir mit dem beginnenden Projekt ‚JapanLisztRaiding‘ und der Zusammenarbeit mit der Uni Innsbruck unter dem Titel ‚Mehr als Liszt: Entwicklungskonzepte für Raiding‘ mit freudiger Erwartung in die Zukunft.“

Blicken zuversichtlich in die Zukunft: Eduard Kutrowatz, Kulturlandesrat Helmut Bieler und Johannes Kutrowatz sind überzeugt, dass die Lisztomania ein Impulsgeber ist.