Lockenhaus

Erstellt am 03. November 2016, 06:50

von Michaela Grabner

„Heiling Eis“ plant Eis-Erlebniswelt. „Heiling Eis“ will auch eine neue Produktionsstätte, ein Hotel, eine Sommerrodelbahn, einen Streichelzoo, einen Klettersteig und einen Bogenschützen-Eventparcours bauen.

Neue „Eiszeit“ in Lockenhaus steht bevor: Joachim Kitzwögerer will mit einer neuen Produktionsstätte für sein „Heiling Eis“ auch eine Reihe von Tourismusattraktionen realisieren.  |  zVg/Rozsenich

Frostig kalt ist es in dem Raum, von dessen Wänden Eiszapfen wachsen wie in einer natürlichen Eishöhle. Figuren aus Eis ziehen die Blicke des Betrachters auf sich, effektvoll mit Licht in Szene gesetzt, ein kühler Wind weht. „Die Besucher sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie sich Eis anfühlt“, schildert Joachim Kitz- wögerer, Chef von „Heiling Eis“ seine Vision einer „Eis-Erlebniswelt“, die so ähnlich wie die Swarowski Kristallwelten aufgebaut werden soll.

„Einzigartig wahrscheinlich sogar in Europa“

Mittlerweile gibt es vier „Heiling Eis“-Filialen, die Kitzwögerer selbst betreibt, sechs weitere als Franchise. Stolz ist er darauf, dass es ab 2017 „Heiling Eis“ auch im Wiener Prater geben wird – in Nachbarschaft des Schweizerhauses. „Wir sind dann der erste Eis-Macher im Prater“, freut sich Kitzwögerer.

Aufgrund der ständigen Erweiterung des Unternehmens bedarf es nun einer neuen Produktionsstätte für „Heiling Eis“. Im Zuge dessen wurde die Idee der Eis-Erlebniswelt geboren, die rund um das Gelände des derzeitigen Lockenhauser Erlebnisbades entstehen soll. „Es wäre die einzige dieser Form in Österreich und wahrscheinlich sogar in Europa“, meint Kitzwögerer.

Durch die Eis-Erlebniswelt kommen Besucher in die Produktionsstätte, wo es einerseits Schauproduktion geben soll, andererseits die Leute selbst Eis kreieren dürfen – und zwar von der Pike auf. Denn Kitzwögerer plant auch den Bau von Gewächshäusern, die die hohe Qualität der Zutaten für sein Eis garantieren und wo die Besucher dann selbst ernten dürfen, bis hin zu einer Kuhattrappe mit Plastikeuter, wo die Milch für das Eis gemolken werden kann.

„Wir wollen Gruppen ansprechen und jede Altersschicht, eine Attraktion ist da zu wenig“, erklärt Kitzwögerer weiter. Und daher sollen binnen der nächsten fünf Jahre eine Reihe von Attraktionen entstehen. Geplant sind eine Allwetterbahn (Sommerrodelbahn) von Hochstraß herunter, ein Klettersteig in den Bäumen, ein Bogenschützen-Eventparcours, ein Streichelzoo, ein Bereich mit besonderen Spielgeräten, die mit Muskelkraft betrieben werden sowie die der Ausbau des derzeitigen Erlebnisbades. Abgerundet werden soll das Ganze durch ein Hotel mit 60 Betten und eine Segway-Vermietung, weil es Kitzwögerer auch ein besonderes Anliegen ist, die Leute ins Zentrum und zur Burg zu bringen.

Baubeginn sollte Anfang 2018 sein

Laut Kitzwögerer hat es bereits Gespräche mit der Esterházy Privatstiftung bezüglich der notwendigen Grundstücke hinter dem Badareal im Ausmaß von rund sechs Hektar gegeben.

Eine Machbarkeitsstudie und Pläne für das Projekt sollen im kommenden Jahr erstellt werden. Anfang 2018 wäre der Baubeginn anvisiert. „Ich setze das Projekt nur dann um, wenn die Gemeinde zu 100 Prozent hinter mir steht, denn sonst hat es keine Chance“, betont Kitzwögerer.

Der Gemeinderat hat bei seiner Sitzung am Freitag in jedem Fall einstimmig beschlossen, dass die Gemeinde grundsätzlich bereit ist, eine Eis-Erlebniswelt am Standort Erlebnisbad Lockenhaus zu unterstützen und die Liegenschaft des Schwimmbades ins Projekt einzubringen.

„Für Lockenhaus ist es eine Riesenchance, einen touristischen Leitbetrieb in Lockenhaus zu entwickeln. Wir hätten dann eine Achse Burg, Hauptplatz und Bad und könnten Gäste einen ganzen Tag lang in Lockenhaus beschäftigten“, zeigt sich Bürgermeister Christian Vlasich begeistert. Auch Vizebürgermeisterin Gabi Hafner sieht nur Vorteile: „Es werden Arbeitsplätze geschaffen und das ist sicher für die ganze Umgebung eine Attraktion.“

Für Luftsprünge sei es noch zu früh, aber man sei sehr euphorisch, wenn es darum geht, das Projekt in Angriff zu nehmen, so Vlasich abschließend. „Es steckt noch viel Arbeit dahinter, aber wie werden schauen, dass wir Joachim Kitzwögerer bestmöglich von der Gemeinde unterstützen.“