Erstellt am 24. Februar 2015, 14:34

von APA/Red

Kammermusikfest widmet sich der Volksmusik. Von 9. bis 19. Juli wird Burg Lockenhaus im Mittelburgenland wieder zum Treffpunkt für Kammermusikbegeisterte.

Kulturlandesrat Helmut Bieler  |  NOEN, Amt der burgenländischen Landesregierung
Das 34. Kammermusikfest beschäftigt sich unter dem Motto "Im Volkston" mit den Einflüssen der Volksmusik auf alle musikalischen Bereiche. Details dazu wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt präsentiert.

Das Programm wird traditionell 24 oder höchstens 48 Stunden vor Konzertbeginn bekannt gegeben. "Das ist für mich eine ganz große Freiheit, weil wenn man ein Programm konzipiert, ist es immer sehr schwer vorauszusehen - ist das in einem Jahr aktuell?", erläuterte der künstlerische Leiter Nicolas Altstaedt.

73 Künstler aus zwölf Nationen

73 Künstler aus zwölf Nationen werden in Lockenhaus zu Gast sein und bei 24 Konzerten mitwirken. Für Kammermusikfreude werde es auch die Gelegenheit geben, die insgesamt 77-stündigen Proben mitzuverfolgen.

"Wir werden versuchen, uns Volksmusik-Ursprünge in allen Bereichen der Musik anzuschauen und zu erleben", skizzierte er das künstlerische Vorhaben. Es sei für ihn interessant gewesen, einmal zu schauen: "Wo kommt die Musik her und was hat die Komponisten inspiriert?" Dabei treffe man auf Literatur und auf Autoren wie Hölderlin, Thomas Bernhard und Hans Christian Andersen.

Volksmusik aller Nationalitäten 

Interessant sei es auch, sich zu fragen: "Was hat jemand, ein Poet, der vor 200 Jahren gelebt hat, uns heute noch zu sagen? Und das greifen wir auf." So wird beispielsweise ein Großteil der Hölderlin-Zyklen von Wilhelm Killmayer zu hören sein.

Bei der Programmgestaltung greife man auch auf Volksmusik aller Nationalitäten zurück. So werde es jüdische Klezmermusik ebenso zu hören geben wir sizilianische Volksmusik oder Gedichte der griechischen Lyrikerin Sappho. Mit einem Konzert und einem Gottesdienst am 19. Juli wird auch dem verstorbenen Gründer des Kammermusikfests, Pfarrer Josef Herowitsch, gedacht.

"Künstlermäßig sind wir bis 2018 ausgebucht"

Rund 325.000 Euro mache das Budget für eine Festivalsaison aus. Land und Gemeinde hätten ihre Mittel zur Unterstützung aufgestockt, "der Bund leider nicht", aber man werde es gemeinsam schaffen, erläuterte Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ). Als großer Sponsor betätigen sich auch die Künstler, die für ihre Auftritte in Lockenhaus kein Honorar erhalten, so der Präsident des Kulturvereins Kammermusikfest Lockenhaus, Erhard Busek. Durch diesen Verzicht erspare man sich rund 200.000 Euro.

"Künstlermäßig sind wir bis 2018 ausgebucht, einfach, weil die Künstler unbedingt kommen wollen", berichtete Altstaedt. Die Künstler könnten "in Lockenhaus kreativer sein, als sie es woanders sein können."

Man bemühe sich auch, neues und vor allem junges Publikum nach Lockenhaus zu bringen. So gibt es am 18. Juli ein Konzert, das "von Kindern für Kinder" gestaltet wird.