Erstellt am 21. Januar 2015, 06:44

Rettung: Zwei Schulen helfen sich gegenseitig. Dank erster bezirksübergreifender Zusammenarbeit bleiben die Neuen Mittelschulen Bernstein und Lockenhaus geöffnet.

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Der Schulstandort Lockenhaus ist nun langfristig abgesichert. Möglich macht dies eine bezirksübergreifende Kooperation mit der Neuen Mittelschule Bernstein – auch die Oberwarter BVZ berichtet:

Beide Schulen waren angesichts ihrer Schülerzahlen von einer Schließung bedroht gewesen, denn ein im Juni 2013 beschlossenes Gesetz schreibt eine Mindestschülerzahl von 80 vor.

In Lockenhaus besuchen derzeit 76 Kinder die Mittelschule, in Bernstein nicht einmal mehr 60. Mit Stichtag 1. Oktober 2015 müssen Mittelschulen die Mindestschülerzahl von 80 Kindern erreichen, andernfalls würden diese zugesperrt.

Kooperation als Beispiel für andere Schulen

Nun gelang es den Verantwortlichen in Lockenhaus aber, eine Kooperation mit der Neuen Mittelschule Bernstein auf die Beine zu stellen, die ab dem Schuljahr 2015/2016 offiziell gestartet wird.

Wie diese Zusammenarbeit künftig konkret aussehen wird, weiß Heinz Zitz, Präsident des Landesschulrates: „Die Neue Mittelschule Bernstein wird eine Expositur und von Lockenhaus aus geführt, damit können wir beide Standorte für die Zukunft absichern.“

Die Kooperation sei burgenlandweit einzigartig und könnte Vorbild für weitere Zusammenlegungen sein, um Standorte zu erhalten. „Mein Zugang ist folgender: Mit allen Beteiligten reden und das Beste für die Kinder machen“, betont Zitz.

Ortschef: „Ziel, Ressourcen zu optimieren“

Derzeit arbeiten Martina Farkas, Direktorin in Lockenhaus, und Grete Kranawetter, Schulleiterin in Bernstein, mit ihren Lehrerteams an der sinnvollen Verknüpfung der pädagogischen Konzepte der beiden Schulen, auch gemeinsame Projekte befinden sich in Planung. Schon jetzt hat man bei Schwimmtagen, Skikursen und Musicalfahrten kooperiert und es gibt auch einen Lehrer, der bereits an beiden Schulen unterrichtet.

Direktorin wird Martina Farkas, weil die Neue Mittelschule Lockenhaus die größere der beiden Schulen ist. „Mir ist es besonders wichtig, dass dadurch beide Schulstandorte erhalten bleiben können“, sagt Bernsteins Bürgermeisterin Renate Habetler.

Dies sieht auch Lockenhaus‘ Bürgermeister Christian Vlasich so: „Ziel der Kooperation ist es, Ressourcen zu optimieren und dadurch die Schulstandorte abzusichern. Beide Schulen können so erhalten bleiben.“

Modernisierung der Schule in Vorbereitung

Für die Gemeinde Lockenhaus sei dies eine wichtige Voraussetzung gewesen, die Modernisierung des Gebäudes der Neuen Mittelschule voranzutreiben.

Wie die BVZ berichtete, wird derzeit an einem Konzept zur Sanierung des Schulgebäudes gearbeitet. Parallel dazu führt man mit einem professionellen Institut in mehreren Etappen Befragungen von Eltern und Schülern der Schule, der Absolventen sowie aus den Volksschulen der Sprengelgemeinden durch, weil man basierend auf der Umfrage die Attraktivität der Schule noch steigern möchte. Denn in Lockenhaus hat man laut Vlasich ein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen die beste Neue Mittelschule des Burgenlandes werden.“