Erstellt am 07. November 2012, 00:00

Lösung für Bahnlinie in Sicht. Privater Anbieter interessiert / Parallel zum Antrag auf Einstellung der Strecke nach Oberloisdorf läuft nun einer auf Genehmigung einer Anschlussbahn durch einen privaten Betreiber.

REGION / Dass ein Antrag auf Einstellung der Bahnstrecke Oberloisdorf Deutschkreutz im Verkehrsministerium vorliegt und dieser für einen Aufschrei der Forstwirtschaft im Bezirk sorgte, berichtete die BVZ bereits im Mai dieses Jahres. Rund 1.400 Holzwaggons sollen derzeit pro Jahr vom Mittelburgenland über die Schiene abtransportiert werden.

Rail Cargo schließt  vier Bedienstellen

Vergangene Woche hat die Rail Cargo Austria (RCA), die innerhalb der ÖBB für die Abwicklung des Güterverkehrs verantwortlich zeichnet, bekannt gegeben, dass 41 Verladestellen in einem gestaffelten Zeitrahmen bis spätestens Ende März nicht mehr bedient werden. Betroffen davon sind auch die Verladestellen Oberloisdorf, Oberpullendorf, Markt St. Martin und Raiding-Lackendorf. Laut RCA mache eine rückläufige Konjunktur eine weitere Anpassung unwirtschaftlicher Strukturen notwendig, um die Substanz des Unternehmens nachhaltig zu sichern und den hohen Schienenanteil am österreichischen Güterverkehr zu halten. Daher wurden 140 Bedienstellen – schwach ausgelastete Verladestellen ohne Kostendeckung mit geringem täglichen Wagenaufkommen – einer betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen und aufgrund dieser beschloss der Aufsichtsrat die bevorstehenden Schließungen.

Infrastruktur bleibt  laut Rail Cargo erhalten

Laut RCA bleibt aber bei allen betroffenen Bedienstellen die Infrastruktur erhalten, wodurch eine Folgenutzung durch regionale Initiativen möglich ist. Auch die RCA könnte bei entsprechenden Mengensteigerungen die Bedienstellen wieder anfahren.

Eine Lösung in Form einer Folgenutzung durch ein privates Unternehmen zeichnet sich nun für das Mittelburgenland ab. Laut Verkehrskoordinator Peter Zinggl vom Land Burgenland laufen die Gespräche noch. Diese sollen bereits sehr konkret sein, einen endgültigen Vertrag soll es aber noch nicht geben. In jedem Fall läuft nun parallel zum seitens der ÖBB gestellten Antrag ans Infrasturkturministerium auf Einstellung der Strecke, ein weiterer Antrag von einem privaten Unternehmen auf Genehmigung einer Anschlussbahn. Dieser soll sowohl die Weiterführung des Güterverkehrs als auch der Sonnenland Draisinentour gewährleisten wollen. Laut Zinggl wird der Güterverkehr zumindest bis zum Abschluss der Gespräche bzw. Behördenverfahren noch von der RCA weiter betrieben. „Hier wird im Einvernehmen vorgegangen, dass Kunden nicht verloren gehen“, so Zinggl.