Erstellt am 23. Oktober 2013, 11:17

Lutzmannsburg: Jugendheim regt auf. Lutzmannsburg | Bei einer Infoveranstaltung sprach sich Mehrheit gegen Pläne aus. Bürgermeister schließt Volksbefragung nicht aus.

Kann sich auch eine Volksbefragung vorstellen: Lutzmannsburgs Bürgermeister Christian Rohrer.  |  NOEN
Emotionale Debatte | Die Wogen gehen derzeit in Lutzmannsburg hoch. Grund dafür sind Pläne, eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft im Thermenort zu errichten.

Ortschef sieht Lutzmannsburg als falschen Standort

„Geplant ist eine Wohngemeinschaft für sechzehn Burschen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren“, erklärt Hans Klingbacher, der dieses Projekt ins Leben rufen will. Die Jugendlichen sollen dort von Betreuern beaufsichtigt werden. Außerdem sollen die Jugendlichen in Schulen und am Arbeitsmarkt integriert werden.

Bei einer vor Kurzem stattgefundenen Informationsveranstaltung seien die Emotionen hochgekocht. Bürgermeister Christian Rohrer von der Aktiven Dorfliste führt aus, dass es Berichte von anderen ähnlichen Projekten gegeben hätte, bei denen die Integration nicht funktioniert hätte. Rohrer sieht Lutzmannsburg an sich als falschen Standort. „Wir sind eine Tourismusgemeinde“, so Rohrer.

„Was die Bevölkerung will, das machen wir“

Der Bürgermeister führt aus, dass man bei der Informationsveranstaltung auch eine Abstimmung mit Stimmzetteln initiiert hätte. „Das ist nicht rechtlich bindend. Aber was die Bevölkerung will, das werden wir machen“, so der Ortschef.

Die Thematik soll nun auch im Gemeinderat behandelt werden. „Wenn die Gemeinderäte sagen, dass diese Abstimmung nicht reicht, dann werden wir eine Volksbefragung machen“, so Rohrer. Die betreffende Gemeinderatssitzung soll Ende Oktober stattfinden.

Weitere Informationen, falls Projekt weitergeht

Hans Klingbacher erklärt auf Anfrage der BVZ, dass er den Bezirk Oberpullendorf aufgrund der Infrastruktur mit Schulen, Ärzten und Therapeuten als Standort ins Auge gefasst habe. In Lutzmannsburg habe sich durch eine geeignete Immobilie nun eine Möglichkeit ergeben.

„Ich habe damit gerechnet, dass die Leute aufgrund von Unwissenheit Angst haben. Man hat ja an sich keinen Bezug zu solchen Einrichtungen“, so Klingbacher. Dass es solche Dimensionen annehmen würde, damit habe er aber nicht gerechnet, gesteht er. „Die Entscheidung, ob ich das Projekt weiter verfolge, ist noch nicht gefallen“, meint er. Wenn ja, dann werde es auch weitere Bemühungen geben, die Bevölkerung zu informieren, meint Klingbacher, etwa mit Betroffenen wie Nachbarn von ähnlichen Projekten.

Rohrer führt weiter aus, dass er bei der Informationsveranstaltung hörte, dass falls die Jugendlichen etwas anstellen, diese nicht belangt werden können. „Das ist eine rechtsfreie Zone“, so Rohrer. Dies kann Klingbacher nicht bestätigen: „Das ist an den Haaren herbeigezogen.“