Erstellt am 11. Februar 2015, 08:52

von NÖN Redaktion

Rezar: "Schlafen kann ich zu Hause". Thema Ruhebereich bleibt Aufreger. Neben der Kritik, dass dieser nach wie vor fehlt, wird nun auch die geplante Variante des "Ruhebereich neu" in die Mangel genommen.

Sonnentherme Lutzmannsburg  |  NOEN, Sonnentherme Lutzmannsburg

Schon seit dem Umbau 2012 herrscht Unruhe um den Ruhebereich der Sonnentherme, da der ehemalige „Silent Dome“ nur mehr Gästen des Thermenhotels Sonnenpark zugänglich ist.

„Wenn es so weiter geht, werden in den nächsten Jahren Hoteliers schließen müssen. Der Bezirk lebte vom Ruhebereich in der Sonnentherme. Es muss bis Mitte März eine klare Entscheidung fallen“, fordert Liste Burgenland-Abgeordneter Manfred Kölly neuerlich einen Ruhebereich, der für alle Gäste zugänglich sein muss. Auch die Bezirks-SPÖ spart nicht mit Kritik zum Thema Ruhebereich.Was ihr sauer aufstößt, ist, dass der neue Ruhebereich nur als Liegehalle ohne Schwimmbereich gebaut werden soll.

Kein Schwimmbereich mehr möglich

„Der geplante Ruhebereich hat außer eben der Ruhe überhaupt kein Angebot. Menschen, die sich zurückziehen wollen, können dort weder baden noch sonst irgendetwas tun. Schlafen kann ich auch zu Hause“, kritisiert SPÖ-Landesrat Peter Rezar.

Für Sonnentherme-Geschäftsführer Franz Kast ist klar, dass im geplanten Ruhebereich kein Schwimmbereich mehr möglich ist. „Wir haben eine Umfrage mit unseren Gästen gemacht. Wunsch ist ein Bereich, wo man sich vom Lärm zurückziehen kann. Wir werden das Konzept des Liegebereichs in der nächsten WiBAG-Aufsichtsratssitzung einbringen“, so Kast.

Kritik am Management der Sonnentherme üben SPÖ-Landesrat Peter Rezar und SPÖ-Abgeordneter Erich Trummer auch in anderer Hinsicht. 50 Prozent der 200 Arbeitnehmer dort hätten keinen Wohnsitz im Burgenland, so die SPÖ-Mandatare. Sie sehen den Tourismus generell als wichtigen Jobmotor im Land, leider würden aber nur die Hälfte der Arbeitsplätze von Burgenländern besetzt werden.

SPÖ: Klare Forderungen an Management

Im Fall Sonnentherme stellen sie drei Forderungen auf: die Besetzung aller frei werdenden Stellen mit Burgenländern, den schrittweisen Ersatz der nicht-österreichischen Arbeitskräfte durch Burgenländer und die Schaffung von zumindest 25 Lehrstellen sofort.

Laut Kast seien die Forderungen bereits in Umsetzung. „Wir haben seit einem halben Jahr die meisten Stellen mit Burgenländern besetzt. Bis jetzt haben wir sieben Lehrlinge aufgenommen, heuer sollen noch zehn weitere kommen. Auch die Arbeitszeiten sind flexibler gemacht worden, damit das Personal auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen kann.“

Aus Sicht von ÖVP-Abgeordneten Rudi Geißler kritisiert Rezar seine eigene Arbeitsmarktpolitik. „Wenn die Bezirks-SPÖ die Beschäftigungsentwicklung im Bezirk kritisiert, dann ist das ein klarer Beweis für das Scheitern der sozialistischen Arbeitsmarktpolitik.“ Nicht nur, aber gerade auch am Fall der Therme werde die verfehlte Verkehrspolitik der SPÖ im Mittelburgenland deutlich. „Die Ausbildung von Lehrlingen scheitert seit Jahren daran, dass es kein entsprechendes Verkehrsmittel nach Lutzmannsburg gibt“, so Geißler.