Lutzmannsburg

Erstellt am 17. August 2016, 13:09

von APA Red

Sonnentherme: ÖVP für Verkauf nicht unter 40 Mio. Euro. Die ÖVP beäugt den neuen Versuch, die Therme Lutzmannsburg-Frankenau zu privatisieren, kritisch. SPÖ: „Kein Ausverkauf!“

Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau  |  Michaela Grabner, Michaela Grabner

Ein Zukunftskonzept für die Region fehle, erklärten Landesparteiobmann Thomas Steiner und Abg. Niki Berlakovich am Mittwoch in Eisenstadt. Die Volkspartei fordert von der Landesregierung unter anderem, einen Mindestverkaufspreis festzusetzen: "Die untere Benchmark liegt bei 40 Mio. Euro", so Steiner.

"Beide Gemeinden nicht informiert über Privatisierungsversuch"

Außerdem verlangt wird eine "Betriebs- und Arbeitsplatzgarantie", erläuterte der burgenländische ÖVP-Landesobmann. Ein Käufer solle garantieren, die Sonnentherme jedenfalls "zehn bis 15 Jahre" weiterzuführen.

Am besten wäre eine Betriebsgarantie, die noch länger sei, meinte Steiner. Beim Verkauf sei auch Transparenz gefordert: "Dass man so ein Unternehmen im stillen Kämmerlein verkauft, das kann es nicht sein."

"Beide Gemeinden (Lutzmannsburg und Frankenau) sind nicht informiert worden über diesen Privatisierungsversuch. Das ist nicht in Ordnung, denn die Teilhaber müssen Bescheid wissen", stellte ÖVP-Bezirksparteiobmann Berlakovich fest. Beide Gemeinden verfügten über eine Beteiligung in geringem Ausmaß.

SP-Schuster: Neue Ausschreibung ohne Verkaufszwang

SPÖ Burgenland

Die Volksartei verlange ein Gesamtkonzept, "in welche Richtung sich das Mittelburgenland mit der Therme als Leitbetrieb entwickeln soll", sagte Berlakovich. Sollte man beim Verkauf entdecken, dass etwas nicht in Ordnung sei, "dann werden wir sowieso den Rechnungshof einschalten", kündigte Steiner an.

Falls es letztlich keinen Käufer gebe, sollte man "Plan B" aktivieren und das Land sollte ordentlich investieren, meinte der VP-Obmann. Dann wäre eine Privatisierung in den nächsten Jahren ohnehin nicht sinnvoll.

Die neue Ausschreibung beinhalte keinen Verkaufszwang, stellte SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster in einer Aussendung fest. Ein Privatisierungsauftrag für die Therme bestehe seit Jahren und sei noch unter Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) erteilt worden.

"Anders als beim letzten, noch von der ÖVP verantworteten Anlauf, der fast zu einem Ausverkauf unter Wert und ohne jede Standortgarantie geführt hätte, wurde jetzt aber ein seriöses und ergebnisoffenes Verfahren gestartet", erklärte Schuster.

Privatisierungsauftrag bestehe seit Jahren

„Gerade bei der Therme Lutzmannsburg hätte die ÖVP Burgenland allen Grund, sich große Töne zu sparen. Immerhin waren die früheren VP-Zuständigen in der Landesregierung und in der WIBAG für den letzten Privatisierungsprozess verantwortlich, der von der neuen Regierung gestoppt werden musste, um einen Scherbenhaufen zu verhindern“, zeigte sich Schuster verwundert über die Aussagen des VP-Duos Steiner-Berlakovich.

Ein Privatisierungsauftrag bestehe seit Jahren und sei noch unter dem früheren VP-Wirtschaftsreferenten Franz Steindl vorgegeben worden. „Anders als beim letzten, noch von der ÖVP verantworteten Anlauf, der fast zu einem Ausverkauf unter Wert und ohne jede Standortgarantie geführt hätte, wurde jetzt aber ein seriöses und ergebnisoffenes Verfahren gestartet. Dabei gibt es keinerlei Verkaufszwang und steht nur ein Ziel im Zentrum: die beste Zukunftslösung für die Region zu finden und diesen wichtigen Arbeitsmarkt- und Tourismusmotor weiter zu stärken“, betont Schuster.